Gedanken von unserem Pfarrer Werner Witwer zur Gottesdienstordnung

Kirche entsteht, wo an Jesus orientiertes Leben vertrauensvoll geteilt wird.
Gemeinden wachsen, wo sie einen spirituellen Blick für die Wirklichkeit entwickeln.
Reich Gottes bricht spürbar an, wo das Erlebte zweckfrei gefeiert wird.

Damit dies möglich wird, vereinbaren Personen, denen das schöpferische Gestalten der Zukunft gegenüber dem erhaltenden Verwalten von Vergangenem sinnvoller erscheint, zeitliche und räumliche Treffpunkte für ihr gemeinschaftliches religiöses Handeln.
Oder kurz gefasst: Sie schaffen eine Gottesdienstordnung.

Da die bisherigen Entwürfe und kirchlichen Strukturen aus verschiedensten Gründen nicht mehr in gewohnter Weise funktionieren, werden künftig verstärkt neue Wege beschritten werden müssen. Nur in bescheidenem Maß haben sich bisher die EntscheidungsträgerInnen auf verheißungsvolles Neuland locken lassen. Die Angst vor momentanem Verlust scheint bei vielen ausschlaggebender zu sein als das Vertrauen in den längerfristigen Gewinn, der in mutiger Veränderung läge.

Ein Kairos (das ist ein gottgeschenkter Augenblick) für eine aussichtsreiche kirchenstiftende und gemeindeverbindende Änderung der Gottesdienstordnung in Richtung einer Konzentration auf einen Sonntagsgottesdienst in jeder Pfarre ist meines Erachtens im jetzigen Anfangsstadium des Pfarrverbandes Nofels-Tisis-Tosters gelegen. Es wäre schade, ihn ungenutzt verstreichen zu lassen, und könnte bedeuten:
Weil wir in der Zeit der Gnade fällige Entscheidungen nicht machtvoll getroffen haben,
werden wir in gnadenloser Zeit von gefällten Entscheidungen ohnmächtig getroffen werden.
Ich erwache aus dem Traum von einem Gottesdienst.
Ich öffne die geschlossenen Augen und -
es eröffnet sich mir die beschlossene Gottesdienstordnung.
 
Werner Witwer
Pfarrer