Kirchenmusik - Orgel, Glocken

Orgeln

Orgel Kirche zur Hl. Familie Tisis

1868 für die Johanniterkirche, Feldkirch, gebaut von der Fa. Gebr. Link, D

2017 Abbau der Orgel, Generalsanierung und 2018 Aufbau in der Pfarrkirche Tisis durch Fa. Vonbank, Stmk.

I. Manual                                        
Bourdon                   16’                       
Principal                    8’                    
Gedeckt                     8’                    
Viola da Gamba        8’                    
Octav                        4’                    
Traversflöte              4’                    
Mixtur                       2 2/3’, 4fach 

II. Manual
Concertflöte              8’         
Salicional                  8’
Aeoline                     8'
Fugara                       4’
Octav                         2’

Pedal                                 
Violonbass                16’                   
Subbass                     16’                    
Octavbass                    8’                    

mit Koppeln

 

Orgel Kirche St. Michael

1980                Orgelneubau durch Martin Pflüger / Feldkirch-Gisingen

Manual
Bordun                       8’
Principal                    4’
Rohrflöte                    4’
Nasat                    2 2/3’
Octav                          2’
Terz                       1 3/5’
Superoctav                 1’
Mixtur                   1 1/3’
                              3fach

Pedal
Subbaß                       16’
Koppel:
Man / P

Mechanische Schleifladen

 

Glocken

Glocken Kirche zur Hl. Familie Tisis

Nachdem nach den Glockenablieferungen des I. Weltkrieges in St. Michael nur das alte Heidenglöcklein verblieben war, kaufte die Pfarre Tisis 1923 ein vierstimmiges Geläute der Fa. Graßmayr aus Innsbruck. Die größeren drei Glocken befinden sich seit 1959 in der neuen Pfarrkirche zur Hl. Familie.

 Glocke 1   Heldenglocke
                   Gießer: Graßmayr – Innsbruck
                   Gussjahr: 1923
                   Gewicht: 863,5 kg

Inschriften: „Der im Krieg gefallenen Helden Namen will die Glocke melden, Sankt Michael, o führe du sie und uns zur ewigen Ruh.“

„Blecha Josef, Dragoner – Heinzle Alfons, K.J. III – Müller Karl, K.J. I – Müller Josef, L.J..St. III – Rederer Josef, K.Sch I – Schmidle Karl, K.J. IV – Schoder Franz, L.D.St. – Valkanover Josef, K.J. III – Zelzer Anton, K.J. III – Zelzer Josef, K.J. – Zimmermann Franz, K.J. – Zimmermann Roman, K.J.“

Bildzier: Erzengel Michael, Kruzifix

Glocke 2    Angelusglocke
                    Gießer: Graßmayr – Innsbruck
                    Gussjahr: 1923
                    Gewicht: 581 kg

Inschrift: „Mit dem Engelsgruß, dem Süßen, Maria – Jungfrau Mutter rein, will die Glocke dich begrüßen, soll jeder Klang ein Ave sein.“

Bildzier: Der Engel Gabriel grüßt Maria

Glocke 3:   Herz-Jesu-Glocke
                     Gießer: Graßmayr – Innsbruck
                     Gussjahr: 1923
                     Gewicht: 424 kg

Inschrift: „Des Erlösers Herzensliebe, ewig soll gepriesen sein, und mit jedem Klang der Glocke, unsere Herzen wir ihm weihn.“

Bildzier: Herz-Jesu

Glocken Kirche St. Michael

Nachdem 1959 die größeren drei Glocken in die neue Pfarrkirche übertragen worden waren, verblieben in St. Michael folgende drei Glocken:

Glocke 1   Standesglocke
                   Gießer: Graßmayr – Innsbruck
                   Gussjahr: 1923
                   Gewicht: 248,5 kg

Inschrift: „Euch Sankt Josef und Johannes, Anna, Agnes hilfsbereit, euch sei diese Glocke geweiht.“

Glocke 2    Heidenglöcklein
                    Gießer: unbekannt
                    Gussjahr: unbekannt, frühes 15. Jh.
                    Gewicht: ca. 180 kg
                    Inschrift: „O. REX. GLORIE. VENI. CHRISTE. CUM. PACE.“

 Glocke 3   Gießer: David Polster – Villach
                    Gussjahr: 1632
                    Gewicht: ca. 60 kg

Inschriften: „Im Namen Gottes pin ich geflosen, David Polster in Villach gose mich.“ „St. Hingunta ora pro nobis“

 

Das Heidenglöcklein

Wo das hügelige Gelände von Tisis schroff und felsig zum Riedgrund abfällt, steht inmitten zerfallender Friedhofmauern ein altehrwürdiges Kirchlein. Im schlanken viereckigen Turme mit dem Satteldach hängt als mittelgroße der drei Glocken das „Heidenglöcklein“. Sein Klang gilt dem Hinscheiden, doch auch beim festlichen Zusammenläuten sonntags hallt es mit weichem, mahnenden Tone. Es trägt keine Jahrzahl, und am oberen Rande steht in gotischen Lettern die Inschrift: O. REX. GLORIE. VENI. CHRISTE. CUM. PACE. (= O König der Herrlichkeit, komm, Christus, mit Frieden). Von diesem Glöcklein erzält die Sage: In uralter Zeit war das braune Ried, über das die Wildente flattert, ein weiter See, und der Fels ragte steil hinein. Am äußersten Vorsprung stand ein kleiner Götzentempel. Dahin fuhren die wilden Heidenleute in Kähnen rings vom Gestade. Sie brachten Opfer in großem, kupfernem Kessel dar und feierten abergläubische Feste, obwohl die Heilsbotschaft bereits verkündiget worden. Einst aber am Christtage, als sie nächtlicherweise wieder ein Gelage hielten, stürzte der Fels jäh ab, und das Wasser verschlang den Götzentempel und die Heidenleute ohne Spur. Als frühmorgens Christen hinkamen, fanden sie nur den großen Kupferkessel am Schrofen hängen. Da bauten sie die Kirche, die noch jetzt mit grauem Gemäuer weithin über das Tal hinausschaut, und aus dem Opferkessel gossen sie ihre erste Glocke, daß sie ihnen zum Gottesdienst läute. Das Heidenglöcklein heißt sie bis heute. Im Laufe der Jahrhunderte schwand der See mehr und mehr, und Streue bedeckt nun die öde Strecke. Doch am Felsbruch ist eine Stelle, wo der Grund jedem Tritte weicht. Im Winter sieht man sie wie einen schmalen schwarzen Streifen. Es ist das „bodenlose Grüble“, worin der Heidentempel begraben ist.

Zitiert nach: Rainer Lins (Hrsg.), Tisis – Dorf und Kirchengeschichte. Feldkirch 1992, S. 318-319. (= Schriftenreihe der Rheticus-Gesellschaft 28).