Die Bewohner, die neben den Hirtenfeldern wohnten, hörten, dass den Hirten verkündet wurde, dass ein neuer König geboren wurde!...

... Und so suchten sie in ihrem Dorf den größten und stärksten Esel aus.Sie beluden ihn mit ganz vielen wertvollen Geschenken und sagten dem Esel, dass er den Hirten folgen und dem neuen König die Geschenke überbringen solle.

Der Esel machte sich also auf den Weg und folgte den Hirten. Es war ein langer und beschwerlicher Weg. Und obwohl er der stärkste und größte Esel des Dorfes war, war die Reise für ihn sehr anstrengend. Er wurde immer müder und müder. Da stolperte er, aber er konnte sich noch auf den Füßen halten. Allerdings löste sich dabei der Gurt auf der rechten Seite und die wertvollen Geschenke fielen herunter und er verlor sie. Da wurde der Esel traurig, aber er hatte ja noch die Geschenke auf der linken Seite seines Rückens.

Der Weg war wirklich sehr lang und der Esel war sehr müde. Er wollte eine ganz kurze Pause nur machen und setzte sich hin. Dabei nickte er ein. Als er wieder aufwachte, waren die Hirten schon weitergezogen und weit weg. Der Esel setzte zum Galopp an und rannte so schnell er konnte in die Richtung in der die Hirten unterwegs waren. Und dabei löste sich auch noch der linke Gurt und die Geschenke purzelten hinunter. So hatte er nun kein einziges Geschenk mehr dabei. Und der Esel war sehr traurig. Alle Geschenke die er überbringen sollte, hatte er auf dem Weg verloren.

Aber da sah der Esel die Hirten! Sie gingen gerade in einen ganz kleinen Stall hinein. Der Esel folgte ihnen und ging auch in den kleinen und vor allem sehr kalten Stall hinein.  Und da sah er es! Das Kind - der neue König lag da in einem kleinen, kalten Stall. Da stellte er sich ganz nahe zur Krippe hin und blies seinen warmen Atem durch die Nase. Das Kind spürte die warme Luft, die aus der Nase des Esels strömte und das Kind lächelte. Denn es wurde ihm warm und auch den Eltern die daneben standen: Maria und Josef. Und mit dem warmen Atem des Esels füllte sich der Stall und es wurde immer wärmer. 

Und so brachte der Esel das wertvollste Geschenk dem kleinen Jesuskind: nämlich Wärme und Geborgenheit!

                                                                                  © Gabriela von der Thannen-Nuck