Die kleine Schildkröte Schildi schlief tief und fest, aber irgendetwas kitzelte sie...

Langsam öffnete sie die Augen und merkte, wie warm es schon war. Ganz langsam fing sie an sich zu bewegen und sie spürte, wie ihre steifen Glieder wieder ganz weich und beweglich wurden. Sie grub so lange, bis sie das grüne Gras sah und sie wieder frische Luft durch ihre Nase atmete. „Ach wie schön ist es immer, wenn man nach einem Winterschlaf von der warmen Frühlingssonne geweckt wird!“, sagte sie. 

Schlidi blickte sich um, aber noch war keine andere Schildröte aufgewacht. Sie war noch ganz alleine. „Sie werden sicher auch bald aufwachen und aus ihren Winterquartieren hervorkommen,“ dachte sie. Und Schildi wartete und wartete. Mittlerweile war schon Abend und die Sonne ging unter. Schildi bekam es langsam mit der Angst zu tun. „Wo sind sie denn alle? Schlafen sie noch? Oder bin ich viel zu früh aufgewacht?“, fragte sie sich immer wieder. Aber nichts rührte sich, keine Schild-kröte kam hervor.

Schildi wurde traurig und verbrachte ganz alleine die Nacht im Dunklen. Sie war verzweifelt. Mit wem sollte sie denn in Zukunft nun spielen und ihre Zeit verbringen, wenn sie so ganz alleine ist. Niemand hätte sie mehr zum Reden, niemanden mit dem sie Lachen konnte und niemanden mit dem sie ihre Sorgen teilen konnte. 

Am nächsten Morgen, als die Sonne aufging, hörte sie ein leises Rascheln. Und siehe da: ihr bester Freund Georg kroch hervor, und dann kam auch schon Pauline und Anna und Franz und alle ihre vielen Freunde. Ach war Schildi froh, dass sie nun alle wieder versammelt waren. Sie war glücklich. Und nun sah sie auch die vielen Blumen ringsherum, die in allen Farben blühten. Die Sonne strahlte und es war herrlich warm.

Und die Schildkröten feierten zusammen ein großes Frühlingsfest. Und sie lobten und dankten Gott für diese wunderbare Schöpfung. Für die Blumen die wieder blühten und für die Sonne, die mit ihren wärmenden Strahlen sie aus dem Winterschlaf weckte. „So schön und wertvoll ist das Leben und die Welt auf der wir leben,“ sagten sie zueinander, „dafür möchten wir danken!“

© Gaby von der Thannen-Nuck