Die 10 Bilder, die das Leben des Hl. Leonhard zeigen, sind wieder im Pfarrhaus zu bewundern.

Die 10 Tafelbilder, Öl auf Leinwand, die das Leben und Wirken des Heiligen Leonhard zeigen, dürften auf Künstler von lokaler Bedeutung zurückgehen und haben großen kulturgeschichtlichen Wert. Wir freuen uns sehr, dass dieser Schatz bis heute erhalten geblieben ist.

1.    Geburt des hl. Leonhard 1684:
Das Knäblein ruht auf den Armen seiner Amme. Daneben liegt noch die Mutter im Kindesbett. Im Hintergrund sind zwei weitere Frauen zu sehen, die wohl bei der Geburt helfend anwesend waren. Bildinschrift vorne Mitte: H. Johannes Haffner und Anna Strallin, sein Eheliche Hausfraw“, keine Familienwappen. (1640/44, Maße: 155 cm x 94 cm)

2.    Taufe des hl. Leonhard 1685:
Die erklärende Bildinschrift im Vordergrund lautet: „Hie ist zu sechen wie das adeliche und heilige Kneblin Leonhardus von dem H. Bischoff Remigio getaufft und Clodoveo den Künig darauf gehebtt. – Anno 1643“. Der genannte fränkische König Chlodwig, der inmitten eines großen Hofstaates in Harnisch und mit Krone dargestellt ist, war demnach der Taufpate Leonhards. Keine Angabe von Stifternamen. (1643, rest. 1982 durch Jolanta Boruszczak, Wien, Maße: 150 cm x 94 cm)

3.    Der hl. Leonhard heilt einen vom Gerüst gefallenen Arbeiter 1686:
Der Heilige, sein Attribut (die Kette) in seiner rechten Hand tragend, kommt gerade dazu, wie ein bei einem Hausbau beschäftigter Maurer verunglückt und in seinem Blute am Boden liegt. Die Bauleute arbeiten auf hohen Leitern, an einem hölzernen Rad sind zwei weitere Arbeiter mit Treten beschäftigt, andere wiederum beschaffen den Kalk aus der Kalkgrube. Im Bildvordergrund des handwerkstechnisch äußerst interessanten Gemäldes rechts die Angabe der Stifternamen mit Familienwappen (Vollwappen mit Harnisch, Helmzierde und Helmdecke): „H. Schützenmeister Caspar Scheffmacher und Barbara Grissin sein Eheliche Hausfraw, 1643“. (1643, rest. 1986 durch Jolanta Boruszczak, Wien, Maße: 153 cm x 91 cm)

4.    Der hl. Leonhard befreit einen gefangenen Knaben 1687:
Der Heilige in weißem Habit segnet einen neben Ihm andächtig stehenden Knaben in gelbem Wams und mit roten Kniebundlhosen bzw. rotem Unterhemd bekleidet. Über dem Knaben hängt an einer Turmmauer – rechts im Bild – ein galgenartiges Gestell, von dem an einer Kette0 ein geöffneter Hals-Eisenring herabhängt. Offensichtlich hat der hl. Leonhard den Knaben vor dem Erhängen bewahrt. Links im Bildhintergrund ist eine Kirche mit einem großen Gebäude zu sehen, davor der Heilige mit einem vornehmen Herrn, der gleich wie der Knabe gekleidet ist. Die hausfraw Margaretha wurmi 1646“. In den unteren Gemäldeecken die Stifterwappen Schipffer mit den Initialen „A.S.“ und Wurm mit den Initialen „M.W.“ (1646, rest. 1985 durch Jolanta Boruszczak, Wien, Maße: 152 cm x 94 cm)

5.    Der hl. Leonhard als Nothelfer 1688:
Auf diesem Bild ist der Heilige zu sehen, wie er Krankheiten heilt, den Teufel austreibt und Gefangenen die Freiheit schenkt. Rechts ist ein Turm dargestellt, aus dessen offenem Tor der Heilige einen angeketteten Häftling befreit. Im Hauptbild segnet Leonhard einen am Stock gehenden jungen Mann, hinter diesem steht ein Lahmer mit seinen Krücken und ein Blinder, der auf sein krankes Auge weist. Aus dem Munde eines Besessenen entweichen Schlangen bzw. Drachen. Das unten am Bild angebrachte Schriftband erklärt: „Diese figur repraesentieren uns die grose wunder so der H. Leonhardus inssin Leb Zeiten gewirckht in dem er durrch das Heilige gebet allerlay Krankhaiten gehailet“. Darüber die Angabe des Stifters: „Herr Johannes Mariezy“ mit Vollwappen, eine gewundene aufsteigende Schlange. (1640/46, rest. 1985 durch Kurt F. Scheel, Feldkirch, Maße: 160 cm x 94 cm)

6.    Der hl. Leonhard befreit die als Geiseln gefangenen Grafen Rudolf und Ulrich von Montfort 1689:
In der oberen Bildpartie wird Maria mit einem Großteil der vierzehn vom gläubigen Volk verehrten hl. Nothelfern und anderen Heiligen dargestellt, nämlich mit Johannes Bapt., Nikolaus, Magnus Abt, Georg, Veit, Kasius, Barbara, Margaretha, ein unbekannter Bischof ohne Attribute (vielleicht Erasmus), ein Diakon (wohl Cyriakus), eine nicht näher bekannte Jungfrau 1690. Das Bild, das als Hauptvotivtafel des Feldkircher Leonhardszyklus‘ angesehen werden kann, zeigt in seinem Hauptteil die zwei Feldkircher Grafensöhne Rudolf und Ulrich von Montfort als zwei Geiseln vor einem Rundturm sitzend (rechts vom Beschauer aus), an Hals, Händen und Füßen mit Ketten gefesselt. Hinter dem vergitterten Rundfenster des Turmes ist ein weiterer Gefangener zu sehen. Auch links des im Vordergrund bildbeherrschend dargestellten hl. Leonhards ist ein (viereckiger) Turm zu sehen. Die dortige Szene zeigt nochmals den Heiligen, diesmal mit weißem Habit bekleidet, wie er soeben einen Gefangenen befreit. Bildinschrift in der linken unteren Gemäldeecke: „Gott zu Lob und Ehr der Himmel Künigin Maria und dem Hailligen S. Lienhart habetdise daffla mallen Lasen Hans Caspar Zipper 1691 und sein hausfraw Eva Linserin Anna 1645“. Rechts und links unten die Wappen der Stifter. (1645, rest. 1983 durch Holanta Boruszczak, Wien, Maße: 160 cm x 94 cm)

7.    Der hl. Leonhard als Prediger 1692:
Auf einer barocken Lehrkanzel ist der hl. Leonhard zu sehen, vor ihm sitzend sieben vornehme Zuhörer weltlichen Standes und ein Mönch. Im Bildhintergrund Klosterkirche und Klostergebäude mit Säulengang. Der Stifter wird mit seinem Hauszeichen in folgender Inschrift angeführt: „Jörg Lang und Agatha Grasin sein Eliche Hausfraw.“ (1640/46, Maße: 152 cm x 95 cm)

8.    Der hl. Leonhard und der wunderbare Wasserquell 1693:
Auf diesem Gemälde des genannten Bilderzyklus‘ ist im Vordergrund der Heilige in segnendem Gestus zu sehen, ein Mönch pickelt den Boden auf, aus dem nun der Wasserquell für das neugegründete Kloster entspringt. Im Hintergrund ist das bereits fertig gestellte Klostergebäude zu sehen. Die Inschrift erklärt: „Do Closter gebawtt und aufgericht. Ein Meill Wegs war kein Waßer nit. S. Leonard von Gott ein Brunn begert. Dessen er alsbald war bewärtt.“ Darüber der Stiftername mit Vollwappen (Schwarzer Stierkopf mit goldenem Nasenring): „H. Conrad Haberer Caplan“ 1694. (1640/46, Maße: 195 cm x 95 cm)

9.    Der hl. Leonhard steht einer Königin in ihrer Todesstunde bei 1695:
Die sterbende Königin liegt auf einem fürstlichen, baldachingekrönten Bett. In dieser Schicksalsstunde ist auch der König, der einen Rosenkranz in der Hand hält, anwesend, desgleichen zwei betende Jungfrauen. Auf dem Tisch neben dem Bett liegt Krone und Szepter, ein Glas für Medikamente steht bereit. Das Hauszeichen der Stifter verbindet die Anfangslettern C und A. Die Inschrift lautet: „Caspar Ganal Kierchenpfleger alhie. Anno 1641 bis 1645 / sein Hausfraw Agatha Ichsin (?)“. (1645/1646, rest. 1983 durch Jolanta Boruszczak, Wien, Maße: 154 cm x 93 cm)

10.    Totenfeier für den hl. Leonhard 1696:
Der Heilige liegt in einem Sarkophag, der von zwei Bischöfen in vollem Ornat und zahlreichen Mönchen umringt wird. Im Vordergrund sind zwei Werkleute damit beschäftigt, den schweren Sargdeckel auf den Sarkophag zu heben. Wie das links vorne befindliche Wappen (schräger Silberfluss im blauen Feld) beweist, gehörte der Stifter des Bildes der Feldkircher Familie Furtenbach an. Angeführte Initialen: „H. D. F.“ (event. H.F.E ?) – (1640/1646, rest. 1982 durch Jolanta Boruszczak, Wien, Maße: 155 cm x 94 cm)