Der Name dieser Kapelle geht auf eine früher darin befindliche bildliche Darstellung von „Unserem Herrn im Elend“ zurück.

Noch heute wird dieses Bild (1674) des dornengekrönten und gegeißelten Heilands, der auf einem Stein sitzend zu sehen ist, im Feldkircher Domschatz verwahrt. In die Kapelle gelangte jedoch in der Folge eine „Pietà“, also das Bild der Schmerzhaften Mutter Gottes, das die neue Titelwidmung bestimmte. Die Restaurierung der Altarfassung führte der Feldkircher Restaurator Kurt Scheel aus.

Unklar bleibt die Geschichte des kleinen Glöckleins, das sich heute im Dachreiter befindet. Nach verschiedenen Angaben soll das alte Glöcklein vom Elendbild, das einen Durchmesser von 40 cm hatte, im August 1916 abgenommen und an das Kriegsministerium abgeliefert worden sein.  Wer in unserer Zeit den Weg von der Schießstätte zur Kapelle wandert, der kommt an einem kleinen, aber gemauerten Bildstock mit geschindeltem Dach vorbeElendbild Kapelle-1i, in dem eine Statue der Mutter Gottes zum Gebet einlädt. Vielleicht erinnert dieser Bildstock an den alten, seit vielen Jahrzehnten nicht mehr bestehenden Kreuzweg, zu dem ebenso das seitwärts der Kapelle befindliche Feldkreuz mit neuerem Kruzifixus gehört haben könnte.

 

 

Die Elendbildkapelle wurde im alten Feldkirch übrigens stets mit dem „öffentlichen Gericht“ in Zusammenhang gebracht. Unter dem kleinen Gotteshaus befand sich nämlich der Galgenacker von Feldkirch. Auf ihrem letzten Gang sollen die armen Sünder jeweils zur Elendbildkapelle geführt worden sein, wo sie nochmals beten konnten und wo für sie gebetet wurde. Die letzte öffentliche Hinrichtung in dieser Gegend und im ganzen Lande war jene des Mörders Gasser, die 1863 auf der nur unweit der Elendbildkapelle befindlichen Wiese im Göfner Wald stattfand. Die Erinnerung an dieses Ereignis ist bis heute im Namen „Gasserplatz“ wach geblieben.

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