1380 wurde die Kapelle vom letzten Montforter Grafen Rudolf als Dank für eine glücklich überstandene Pilgerfahrt nach Jerusalem erbaut, auf der sein Knappe umkam.

Er ist im Innern auf dem Seitenfresko des Antonius dargestellt.
Lange Zeit diente dieses Kirchlein nun dem Stadtteil außerhalb der Stadtmauer
als Gottesdienstraum. Hier war auch der letzte reformierte Prediger Jeremias
Lins tätig, der schließlich nach Lindau flüchtete. In der Nähe der Kirche wurde
1703 Franz Anton Marxer geboren, der in Wien Bischof war und durch die
Stiftung des Waisenhauses am Rennweg bekannt wurde. Im Auftrag Marxers
schrieb der 12 jährige Mozart die berühmt gewordene Waisenhausmesse. Er
vermachte der Kapelle auch eine Monstranz mit einem Kreuzpartikel, den er in
Rom von Bischof Tiburtinus erhalten habe. Sie ist heute im Besitz der Pfarre
Tisis.
Wenn man die Kapelle betritt, so findet man rechts auf der Seitenwand einen
Antoniuszyklus. Antonius wurde 251 in Mittelägypten als Sohn wohlhabender
Eltern geboren. Er verschenkte sein Vermögen und lebte in einer
Felsengrabkammer in der Libyschen Wüste, wo er viele Versuchungen zu
überstehen hatte. Schließlich zog er auf einen Berg und sammelte viele Jünger
um sich. Er war ein gesuchter Lebensberater, so auch für Kaiser Konstantin und
seine Söhne, mit denen er in lebhaftem Briefwechsel stand. Er starb mit 105
Jahren. Nach seinem Beispiel zogen viele als Einsiedler in die Wüste, um dort
Erfahrungen des Lebens zu sammeln. Daraus entwickelte sich auch das spätere
Mönchstum. Antonius galt als Patron gegen die Pest und als Patron der
Haustiere. Der Antoniterorden kümmerte sich besonders um die Pestkranken, so
auch in dem berühmten Antoniterkloster Isenheim im Elsass, für das der
bekannte Grünewaldaltar geschaffen wurde.


Als erstes Bild sieht man den Hl. Antonius, wie er als Abt den Ureinsiedler
Paulos von Theben besucht, dem er den nahen Tod voraussagte. Dieser Besuch
wird auch von Grünewald auf seinem Isenheimeraltar dargestellt. Diese
Begegnung galt als Muster eines besonders tiefen Austausches zwischen
erfahrenen Menschen. Danach sieht man das Bild von der Versuchung des
Antonius, wie er von schlimmen Quälgeistern geplagt wird. An den Rändern
dieses Bildes sind kleine Schweinchen zu entdecken, die daran erinnern, dass er
Patron der Haustiere besonders der Schweine ist.

Hl. Kejut Kapelle-2
Am Chorbogen auf der linken Seite ist der Erzengel Michael mit der
Seelenwaage zu finden. Teufelchen versuchen die Waagschale nach unten zu
ziehen und den Menschen dem Verderben zuzuführen. Der Chortorbogen war
immer auch als Durchgang in die ewige Herrlichkeit gedacht, hinter ihm wurde
ja Tod und Auferstehung gefeiert.
Das zentrale Bild über dem Altar in der Decke stellt Christus in der Mandorla
dar, der als Thronender den Menschen die Auferstehung verheißt. Aus seinem
Mund kommt ein Schwert. Dieses Bild ist an die Worte der geheimen
Offenbarung angelehnt: „Und mitten unter den Leuchtern sah ich einen, der wie
ein Mensch aussah; er war bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die Füße
reichte. Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, leuchtend
weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen; aus seinem Mund kam
ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Gesicht leuchtete wie die
machtvoll strahlende Sonne.“


Zu beiden Seiten sind die beiden Bilder vom Himmel und der Hölle. Auf dem
linken Bild führt Petrus mit einem großen Schlüssel die Menschen in den
Himmel. Dieses Bild erinnert wieder an die Verheißung der geheimen
Offenbarung: „ Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich
nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun
lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur
Unterwelt.“ In hierarchischer Reihenfolge werden Papst, Bischof und Volk in
den Himmel geführt. Auf dem rechten Bild führt der Teufel die Verdammten
dem Höllendrachen zu. Es ist bemerkenswert, dass auch dabei kein Stand
verschont bleibt. Auch hier wird in hierarchischer Reihenfolge Papst, Bischof
und Volk in die Hölle geführt. Eine Mahnung an alle, immer wachsam zu sein.
Auf der linken Seite im Chorbogen ist die Hl. Ottilia mit einem Hahn
dargestellt. Sie ist die Patronin gegen die Augenleiden und war in unserer
Gegend sehr beliebt, da sie doch aus dem nahen Elsass stammte.

Hl. Kreuz Kapelle-1


Eine besondere Kostbarkeit ist der neugotische Altar, der von Fidelis Rudhart
geschaffen wurde. Als Hauptfigur kann die Hl. Anna Selbdritt als Sitzfigur
bewundert werden. Rechts davon steht der Hl. Josef und der Hl. Joachim. In den
Flügelpartien ist der Hl. Nikolaus und der Hl. Theodul, der Walserheilige zu
sehen. Im Aufbau ist die Krönung Mariens durch die Dreifaltigkeit dargestellt.
In den Seitennischen sind die Hl. Katharina und die Barbara mit dem Turm zu
bewundern. Als zentrales Gemälde ist auf diesem Altar ein 1768 entstandenes
Ölgemälde zu sehen, auf dem die Auffindung des Kreuzes durch die Kaiserin
Helena dargestellt ist. 1914 hat Fidelis Rudhart diesen Altar geschaffen, weil in
der Fideliskapelle des Kapuzinerklosters der aus Brand stammende Fidelisaltar
durch einen neuen Altar ersetzt wurde. Die künstlerisch wertvollen Skulpturen
aus dem frühen 16. Jht. fanden nun auf diesem Altar ihren Platz. 1970 wurden
die Originale aber nach Brand zurückgeholt. Der Restaurator Andreas Amann
aus Schlins fertigte aber hervorragende Gipskopien, die nun die Originale
ersetzen. So können wir diese Figuren auch getrost aufstellen und die Kapelle
offen halten.