Es war einmal ein kleiner, runder Kürbis namens Felix....

.... Er lebte in einem großen Kürbisbeet mit vielen anderen Kürbissen. Felix wuchs und wuchs und wurde ein prächtiger großer Kürbis. Er hatte viel Spaß mit seinen Kürbis-Freunden. Doch etwas machte Felix große Sorgen: täglich kamen Menschen zu seinem Beet und holten die größten Kürbisse. Nur Felix nahmen sie nie mit.

Und da wurde Felix traurig. „Wo kommen denn alle meine Freunde hin? Und warum ich denn nicht?“, fragte sich Felix. Und da beschloss er, ihnen zu folgen. Mit aller Kraft stemmte er sein tiefes Grün aus der Erde und rollte in die Stadt.

Da sah Felix, wie seine Freunde auf einem Marktstand lagen und von den Leuten bestaunt wurden. So viele Menschen hatten eine Freude mit seinen Kürbis-Freunden. Nur für ihn interessierte sich niemand – nicht einmal die kleinste Notiz nahmen sie von ihm – obwohl er doch auch so groß und orange war wie die anderen. Gut, ein paar grüne Flecken hatte er, „aber was spielt denn das schon für eine Rolle“, dachte er sich.

Und plötzlich kam ein kleines Mädchen um die Ecke gebogen. Sie rief „Oh, was für ein wunderschöner Kürbis! Den brauchen wir!“ Und schon war Felix in einer dunklen Tasche verschwunden. „Wo werde ich wohl hingebracht?“, murmelte Felix voller Angst. Und als er aus der Tasche geholt wurde, lag er auf einer ganz weichen, weißen und mit Spitzen besetzten Tischdecke. Wo war er denn nur? Er traute sich kaum die Augen zu öffnen und dann - dann trauter er sich und sah sich um. Er lag mitten auf dem Altar in der wunderschönen Kirche. Und es waren ganz viele Menschen da und sahen zum Altar und bestaunten ihn. Ihn, den Kürbis, den niemand wollte. Und der Herr Pfarrer sprach zu den Menschen: „Seht doch nur diesen wunderschönen Kürbis an - so schön und prächtig ist Gottes Schöpfung. Dafür wollen wir ihm heute Danken!“

Und Felix war so gerührt über diese Worte und freute sich mit den vielen Menschen, die Gott lobten und ihm dankten.

                                             ©Gabriela von der Thannen-Nuck