Vor langer langer Zeit lebten einmal die Farben Rot, Blau und Gelb jede einzeln in einer kleinen Höhle....

... Sie wollten gar nicht mehr da raus gehen und blieben lieber drinnen - so lebte jede für sich alleine. Sie waren sehr einsam. Eines Morgens erwachte das kleine Rot und war sehr traurig Niemand hatte es zum Spielen, zum Reden und zum Lachen. Da beschloss es, die Höhle einmal zu verlassen und sich auf den Weg zu machen. 
Nach einem langen und anstrengendem Weg über graue Wiesen und ebenso graue Blumen entdeckte es eine weitere Höhle. Und da drinnen leuchtet es! „Oh wie schön ist das denn!“, rief es! Auch das kleine Gelb, das in der Höhle wohnte, sah einen kleinen strahlenden roten Punkt weit draussen auf der Wiese. Da wurde das kleine Gelb neugierig und kroch aus seiner Höhle heraus. Als sich das leuchtende Gelb und das strahlende Rot trafen, freuten sich beide sehr! Jeder leuchtete und strahlte noch mehr: „Du strahlst ja!“ und „Dein leuchten ist wunderbar!“, riefen sie sich zu! Und da begannen sie vor Freude zu tanzen.
Das blieb dem kleinen Blau nicht verborgen! Auch er kam aus seiner Höhle hervor und rannte zu den beiden! „Oh wie schön du bist! So kraftvoll“, riefen sie! Und da tanzten sie und lachten und hatten eine Menge Spaß zusammen. Und jedes Mal wenn sie sich die Hände zum Tanzen reichten, entstanden neue bunte Farben in allen Variationen. Diese kleinen Farbblasen wirbelten durch die Luft wie Seifenblasen und landeten sanft in der Wiese. 
Spät Abends, ganz erschöpft, setzten sich das strahlende Gelb, das leuchtende Rot und das kraftvolle Blau in die Wiese und staunten! Als sie um sich herumblickten, sahen sie, dass die vorher graue Wiese ein sattes Grün hatte. Und auch die Blumen in der Wiese leuchteten in den bunten und wunderschönsten Farben! Jede ganz anders und einmalig.
An diesem Abend wurden die drei Farben Freunde und sie beschlossen, nie mehr einsam und alleine in einer Höhle zu wohnen! Und von diesem Zeitpunkt an, waren sie für immer zusammen und die besten Freunde, die man sich wünschen konnte. Sie waren immer für einander da und keiner der Drei war jemals wieder einen Tag, nicht mal eine Sekunde lang, traurig! 

                                         © Gaby von der Thannen