Fachfrau für Entwicklungszusammenarbeit, Projektmanagement und Katastrophenhilfe

Termine: Mi, 25. April, Fr, 27. April 2018

Über die Formulierung musste ich gleich etwas schmunzeln. „Lohnen zu leben“ – gerade heute, wo alles immer „be- oder entlohnt“ werden muss, wo selten jemand einfach um der Menschenfreundlichkeit willen etwas für das Gemeinwohl tun will. Allerdings sieht das in vielen Sozialberufen und der Entwicklungszusammenarbeit meist ganz anders aus: Ich bin davon überzeugt, dass mit wenigen Ausnahmen bei den „Big Players“ ein Großteil der Menschen in meinem Job extrem überarbeitet und völlig unterbezahlt sind. Also für den „Lohn“ an sich, den schnöden Mammon, arbeitet niemand die doppelte Zeit unter schwierigsten Bedingungen: wochenlang keine Möglichkeit zu haben, sich zu duschen, immer das gleiche eintönige Essen, permanent im direkten Kontakt mit Krankheiten, Verzweiflung und Hunger. Um das auszuhalten, braucht man den Drang etwas zum Besseren verändern zu wollen, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und einen irrsinnig starken Willen. Die Erfolgserlebnisse, echte Veränderung zu sehen, für das „lohnt“ es sich dann hart zu arbeiten – und zu leben.