Stadtkommunikation Dornbirn

V und F – das sind die Zacken auf meinem Schlüssel. Vertrauen und Fragen. Denn Kontrolle über alle Lebensumstände ist eine Illusion. Wir können nur den Moment gestalten. Als Augenblick. Ihm das Potential schenken, das im jeweiligen Zeitpunkt für uns machbar ist. Und darauf vertrauen, dass unser Schlüssel nicht alle – sondern die richtigen – Türen öffnet. Auch wenn wir nicht verstehen, warum manches uns verschlossen bleibt. „Die Verzweiflung schickt Gott nicht, um uns zu töten, er schickt sie uns, um neues Leben in uns zu erwecken“, schrieb Hermann Hesse. Wenn wir von unserem geplanten Weg abweichen, können wir das entdecken, was gelebt werden will. Wenn wir vertrauen. Wenn wir Geduld haben. So wie Rilke an einen jungen Dichter schrieb: „ … ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, […], Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“