Alles eine Nummer kleiner als gewohnt, das gilt als Faustregel für den Gräberbesuch an Allerheiligen 2020.

Die Infektionszahlen steigen und die Corona-Ampel leuchtet –zumindest in großen Teilen Vorarlbergs – rot. Dass Allerheiligen natürlich auch 2020 stattfinden wird, steht außer Frage – nur eben nicht wie gewohnt.

In Abstimmung mit dem Kultusministerium hat die österreichische Bischofskonferenz die Bitte formuliert, zum Allerheiligen- und Allerseelenfest auf große Familienzusammenkünfte zu verzichten. In der Diözese Feldkirch lädt man dazu ein, die Gräber im kleinsten Familienkreis individuell über die Tage um Allerheiligen zu besuchen.

Mehrere Termine, kleinerer Rahmen, großes Geläut

Diese Vorsichtsmaßnahmen hat auch Bischof Benno Elbs in Abstimmung mit dem Land Vorarlberg für die Diözese Feldkirch bekräftigt. Empfohlen wird beispielsweise, die Gräberbesuche in möglichst kleinen Gruppen auf mehrere Tage zu verteilen. So können Menschenansammlungen vermieden werden. Auf den Friedhöfen gilt - wie auf allen öffentlichen Plätzen - ein Mindestabstand von 1 Meter zu allen Personen, die nicht zum eigenen Haushalt zählen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf dem Friedhof is tnicht verpflichtend.

Als sichtbares beziehungsweise weithin hörbares Zeichen läuten am 1. und 2. November von 14 Uhr bis 14.15 Uhr alle Kirchenglocken in den Pfarrgemeinden des Landes. Das Glockengeläut ist eine Einladung, zu Hause an die Verstorbenen zu denken, besonders auch an jene, die in den vergangenen Monaten im engsten Kreise verabschiedet wurden.

Kreatives Potenzial

Dass heuer zu Allerheiligen auf den Friedhöfen keine gemeinsamen Gottesdienste und Gedenkfeiern stattfinden heißt nicht, dass Gräber nicht gesegnet und der Verstorbenen nicht gedacht wird. Hier legen die Pfarren des Landes einiges an Kreativität an den Tag. So werden in einigen Pfarren Gebtskarten für das Totengedenken zu Hause zur Verfügung gestellt, während andernorts der Segen über die Gräber am Ende des Sonntagsgottesdienstes gesprochen wird. Auch Gräbersegnungen per Live-Stream sind geplant.

Bisherige Hygienemaßnahmen sind weiterhin gültig

Als weitere Sicherheits- und Präventionsmaßnahme gilt u. a. auch weiterhin in allen Gottesdiensten die Mund-Nasen-Schutz-Tragepflicht. Der Mindestabstand von einem Meter zwischen haushaltsfremden GottesdienstbesucherInnen muss ebenso eingehalten werden, wie auch Desinfektionsmittel an den Eingängen zum Kirchenraum zur Verfügung gestellt werden. In vielen Pfarren liegen auch Listen zur Kontaktdatenerfassung auf. Das Eintragen in diese Listen geschieht auf freiwilliger Basis.