Wenn Kinder spielen, dann bedienen sich dabei einer universell verständlichen Sprache – die der Gesten, Haltungen und Berührungen. Diese spricht auch der amerikanische Spielforscher O. Fred Donaldson, der vom 25. – 27. Mai im Bildungshaus St. Arbogast Erwachsenen dabei hilft, diese Sprache wieder zu verstehen – in Gesellschaft, Alltag und Konfliktsituationen.

Hier geht’s zu wie bei einem Rudel junger Wölfe, das ist – befindet man sich mitten in einem Donald’schen Spielseminar – ein Kompliment. Wie bei den wilden Tieren, die sich noch ohne Worte verstehen und den Unterschied zwischen Spiel und Ernst kennen. Das ist leichter, arbeitet O. Fred Donaldson mit Kindern und schwieriger, wenn es daran geht, Erwachsene aus gesellschaftlich vorgeformten Verhaltensformen zu lösen – so, wie er es auch in seinen Seminaren für Anfänger und Fortgeschrittene im Bildungshaus St. Arbogast versuchen wird.

„Vorgefertigte Kategorien verlassen“

 „Vor allem die Erwachsenen denken in Kategorien und kommen da ganz schwierig raus. Kleine Kinder haben kein Problem damit. Manche Kinder brauchen auch ihre Zeit, bis sie die vorgefertigten Kategorien loslassen können und sich am Spiel beteiligen. Zuerst beobachten sie, und sobald sie sehen und wissen, es ist okay, was hier gespielt wird, kommen sie von selbst, ohne jedes Druckmittel und spielen mit“, erklärt O. Fred Donaldson.

Bei O. Fred Donaldsons Spielseminaren ist eines oberste Maxime – es gibt keine Gewinner und keine Verlierer. Nur das Spiel an sich zählt. Es ist die Art, wie im Spiel Kontakt aufgenommen und Verbindungen hergestellt werden. Es ist die Art, wie Berührungen, Haltungen, Gesten zu einer universell verständlichen Sprache werden.

Die Vereinten Nationen sind Teil der „Kundenkartei“

Sein Anliegen lautet nämlich, die Grenze zwischen „Spiel-Zustand“ und „Wettbewerbs-Zustand“ erfahrbar werden zu lassen. Und so spielte er bereits mit Straßengangs, mit Gefangenen, mit ManagerInnen, UnternehmensberaterInnen, PädagogInnen und selbst die Vereinten Nationen entdeckten mit O. Fred Donaldsons Hilfe bereits den Spieltrieb für sich.

„Denn sie wissen nicht, wie sie Frieden schaffen können“

„Meine Arbeit mit den jungen Kriminellen von der Straße unterschied sich im Prinzip nicht von jener mit den Frauen und Männern der Vereinten Nationen. Es ist derselbe Rat, den ich beiden geben kann. Denn beide wissen nicht, wie sie Frieden schaffen können. Meine Aufgabe ist es, ihnen zu zeigen, dass es sehr wohl einen Weg zum Frieden hin gibt“, und dieser Weg wird erfahrbar, so Donaldson, im Spiel.

Konflikte spielerisch entschärfen

Und der Nutzen hinter der ganzen Spielerei: Ganz einfach. Gibt man seinem Spieltrieb nach, dann werden auch in aggressiv aufgeladenen oder beängstigenden Situationen Begegnungen zwischen Einzelnen bzw. Gruppen möglich – spielerisch, versteht sich.

Termine

„Wagst du zu spielen? Vortrag und Seminare mit O. Fred Donaldson“
25 – 27. Mai 2012
Bildungshaus St. Arbogast

„Wagst du zu spielen?“, Vortrag, 25. Mai, 19.30 Uhr
Einführungsseminar, 26. Mai, 9.15 – 18 Uhr
Vertiefungsseminar, 27. Mai, 9.15 – 18 Uhr

Nähere Informationen:

Kath. Bildungswerk Vorarlberg
Monika Eberharter, MBA
T 0699 81588143
elternbildung@kath-kirche-vorarlberg.at


Anmeldung:

Bildungshaus St. Arbogast
T 05523 62501 28
 arbogast@kath-kirche-vorarlberg.at
 www.arbogast.at