Die Geschichte des Christentums auf knapp 300 Seiten zu bannen ist nicht nur eine Mission, sie heißt auch so: „Mission Vorarlberg“. Und präsentiert wird sie am 2. Oktober, 19 Uhr, in der Dachgalerie des Feldkircher Montforthauses.

50 Jahre Diözese, 800 Jahre Stadt Feldkirch und etwas mehr als 1500 Jahre Christentum zwischen Bodensee und Arlberg, das waren die Rahmenbedingungen für Diözesanarchivar Michael Fliri am Beginn seines schreibenden und recherchierenden Unternehmens, seiner „Mission Vorarlberg“. Entstanden ist mehr als „nur“ eine Diözesangeschichte zum 50. Geburtstag der Diözese Feldkirch. Entstanden ist ein Streifzug durch die Geschichte jener Region, die heute den Namen „Vorarlberg“ trägt. Die war und ist bewegt und verzweigt sich bis weit hinein in den gesamten Bodenseeraum.


Wo der Religionsmotor anspringt

„Das Buch ,Mission Vorarlberg‘ ist ja mehr als ,nur‘ die Geschichte der Diözese Feldkirch. Ich habe damit versucht, die großen Entwicklungsstränge seit der Römerzeit herauszuschälen und darzustellen. Religion war immer Teil des Alltags der Menschen und oft auch Motor für politische Umwälzungen. Ich denke da zum Beispiel an das Mittelalter. Mir ging es um die Einordnung, welche Relevanz, Position und Bedeutung die Religion in der Geschichte der Region einnahm“, zieht Fliri nach gut einem Jahr des Schreibens Bilanz. Was in dieser Zeit entstanden ist, so Fliri, sei keine Enzyklopädie und erhebe keinesfalls den Anspruch, die Geschichte jeder Pfarre flächendeckend abzuhandeln. „Mission Vorarlberg“ biete einen Überblick über das, was Religion für Land und Leute war und in welchen Entwicklungen Religion als Motor ansprang.

Die roten Fäden der Geschichte

Die Herausforderung dabei bestand, erklärt der Autor, meist darin auszuwählen, zu bündeln und auch wegzulassen, ohne dass Wichtiges fehlen würde. „Wichtig in dem Sinn ist sicher der Beginn der Christianisierung, die unterschiedlichen Zugehörigkeiten der verschiedenen Regionen zu einer Zeit, als es ,Vorarlberg‘ so noch nicht gab. Reformation, Aufklärung und Revolution bis hin zum Ende der mittelalterlichen Ordnung und dem Entstehen einer kirchlichen Verwaltung wie wir sie heute kennen, das sind Prozesse, deren einzelne Fäden sich über Jahrhunderte hinweg verfolgen lassen. Und das ist absolut spannend.“


Sprungbrett für die nächsten Kapitel

Die Gesellschaft, das Land, die Menschen verändern sich – und mit ihnen auch die Kirche und das Verhältnis zur Religion. Die roten Fäden, die sich als Entwicklungslinien durch die Jahrhunderte hindurchziehen, werden weiter gesponnen. Denn „Mission Vorarlberg“ schließt Geschichte nicht ab. „Mission Vorarlberg“ ist viel mehr das Sprungbrett für die nächsten Kapitel Kirchengeschichte.



Buchpräsentation - "Mission Vorarlberg"

2. Oktober, 19 Uhr, (Einlass ab 18.30 Uhr)
Dachgalerie im Montforthaus Feldkirch.

Grußworte von: Gottfried Kompatscher (Tyrolia Verlag), Generalvikar Rudolf Bischof
Festrede: Christoph Volaucnik (Archivar der Stadt Feldkirch)


„Mission Vorarlberg.
Geschichte des Christentums zwischen Bodensee und Arlberg“

von Michael Fliri, Tyrolia Verlag 2018, 280 Seiten, ca. 200 Abbildungen. € 29.95
www.tyrolia.at