Am 15. und 16. Juni begeben sich die Bregenzer Pfarren in Klausur. Der Grund: mit einer Zukunftskonferenz wird der nächste Schritt im „Kirche in der Stadt“-Prozess gesetzt. Das Thema: Wie kann und soll die Zukunft der Kirche in Bregenz gestaltet sein. Und die Teilnehmer – rund 60 Frauen und Männer, die von der Projektgruppe ausgewählt worden sind, um an den beiden Tagen gemeinsam ein Zukunftsbild für die Kirche in Bregenz zu erarbeiten.

Wo und wie wird Kirche heute spürbar und welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden? Welchen Auftrag hat die Kirche der Zukunft? Wo muss man sich von Altem verabschieden, um Neues möglich zu machen? Und überhaupt, wie sieht die Kirche der Zukunft aus? Das alles sind Fragen, die bei der Zukunftskonferenz am 15. und 16. Juni in der Landwirtschaftsschule Hohenems diskutiert werden und verschiedene Meinungen sind dabei unbedingt erwünscht.

Pastoralamtsleiter Dr. Walter Schmolly spannt den Bogen von der Zukunftskonferenz hin zum Zweiten Vatikanischen Konzil, dessen Beginn sich heuer zum 50. Mal jährt. „Papst Johannes XXIII. hat mit diesem Konzil den Auftrag einer ‚angemessenen Erneuerung’ der Kirche verbunden, die der veränderten Zeit Rechnung trägt. Die Frage für die Zukunftskonferenz lautet: Was ist heute für die Kirche in Bregenz die angemessene Erneuerung?“

Drei Modelle für die Pfarrpastoral

Zur Erklärung: Das Modell der Pfarre, wie man es kennt, ist ein über Jahrhunderte gewachsenes. Und wie die Pfarren entwickelte sich auch das Leben in ihnen, in den Städten und Gemeinden weiter. Um auf gesellschaftliche und soziale Veränderungen nicht nur passiv reagieren, sondern aktiv agieren zu können, startete man in der Diözese Feldkirch 2008 das Pastoralgespräch „Die Wege der Pfarrgemeinden“.

Über zweieinhalb Jahre hinweg wurde auf breiter Basis und unter Beteiligung von mehr als 2000 Priestern sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen mögliche Zukunftsmodelle für die Vorarlberger Pfarren diskutiert. Das Ergebnis: Einige wenige Pfarren werden Einzelpfarren bleiben, im ländlichen Raum werden Pfarrverbände errichtet und für die städtischen Lebensräume soll die geeignete Struktur in vertiefenden Gesprächsprozessen „Kirche in der Stadt“ erarbeitet werden.

"Kirche in der Stadt"-Prozess gestartet

Die Errichtung einzelner Pfarrverbände begann im September 2011 mit Göfis und Satteins sowie Feldkirch Nofels-Tisis-Tosters und wird in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Zwei bis vier benachbarte, lebensräumlich aber eigenständige Pfarren bilden dabei einen Pfarrverband. Dieser wird von einem Priester geleitet.

Was aber ist für die Kirche in Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Bludenz und Lustenau die geeignete Struktur? Darum geht es in den „Kirche in den Stadt“-Prozessen. Denn damit die Strukturen schlussendlich dem kirchlichen Leben eine gute Stütze sind, ist es wichtig, bei der Frage nach dem Auftrag der Kirche in den Städten anzufangen.

„Es ist ein halbes Jahr her, dass wir das Projekt ,Kirche in der Stadt: Bregenz’ begonnen haben. Vieles in der Kirche ist in Bewegung und es gilt, sich zu vergewissern, in welche Richtung der nächste Schritt gehen sollten. In dieser Situation ist es wichtig, eine klare Vorstellung von der Zukunft zu haben. Das ist das Ziel der Zukunftskonferenz, in einem dialogischen Prozess zukunftsfähige Leitbilder des kirchlichen Lebens zu entwickeln. Die Zukunftskonferenz ist ein Element unterwegs auf dem Lern- und Gestaltungsweg für eine zukunftsfähige Kirche in Bregenz“, erklärt Dekan Dr. Paul Solomon, der gleichzeitig auch Leiter der Projektgruppe der Bregenzer Pfarren ist.

Wie sieht die Zukunft der Kirche in der Stadt aus?

Im Februar diesen Jahres wurden die „Kirche in der Stadt“-Prozesse offiziell mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung gestartet – mit ersten Impulsen, was Kirche in den Städten ist, sein kann und sein soll. Vertreter der Pfarren in Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Bludenz und Lustenau nahmen daran teil.

Nun verzweigen sich ihre Wege wieder und jeder urbane Lebensraum findet eigenständig zu jenen Rollen und Strukturen, die für den jeweiligen Ort bereitstellen, was dort gebraucht wird, um auf Zukunft hin Kirche vor Ort sein zu können. Ein erster Schritt war dabei die Errichtung einer Projektgruppe für jeden der fünf städtischen Lebensräume.

Mit der Zukunftskonferenz wird in den Bregenzer Pfarren nun der nächste Schritt gemacht. Was und wie ist die „Kirche in Bregenz“ und vor allem, wie sieht sie in Zukunft aus? Mit dieser zentralen Frage beschäftigen sich am 15. und 16. Juni nun Vertreter der Pfarren gemeinsam mit den „Menschen von der Straße“, um am Ende der Zukunftskonferenz eine erste Skizze der zukünftigen „Kirche in Bregenz“ vor sich zu haben. 

 

Kirche in der Stadt: Bregenz – Zukunftskonferenz 

15- bis 16. Juni 2012
Landwirtschaftsschule Hohenems, Rheinhofstraße 15