Mit dem heutigen Festgottesdienst im Feldkircher Dom und dem Festakt im Montforthaus wurde die letzte Seite des Jubiläumsjahres umgeschlagen. Und auf der steht klar und deutlich: Es geht weiter.

Fotos vom Festakt im Montforthaus Feldkirch.

„Die Diözese Feldkirch möge jung bleiben und ein Ort sein, wo Menschen erfahren: an Gott glauben ist heilsam, mit Gott Mensch sein ist schön.“ Dieser Geburtstagswunsch aus der Festpredigt des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner, gibt bereits die Richtung vor, in die es für die Diözese Feldkirch auch nach dem heutigen Festtag gehen wird: immer auf die Menschen zu.

Kirche macht sich auf den Weg

Nicht ohne Grund kristallisierte sich während des vergangenen Jahres immer mehr das „für alle“ zum Leitmotiv des Jubiläumsjahres heraus. Dieser Gedanke war es dann auch, der die heutige Festmesse im Feldkircher Dom durchzog. Sichtbares Zeichen dafür waren die 50 Ministrant/innen aus allen Regionen des Landes, die von Erzbischof Franz Lackner und Bischof Benno Elbs im Gottesdienst damit beauftragt wurden, das Licht in Laternen in die Welt hinaus zu tragen. So zogen sie am Ende der Festmesse auch gemeinsam aus – um das Licht in Alten-, Wohn- und Pflegeheime, in Krankenhäuser und ins Gefängnis zu tragen.

Was wäre ein Fest ohne Musik

Der Festgottesdienst bündelte und beschloss das Jubiläumsjahr. In vielen kleinen Details flackerten Erinnerungen an die Aktionen und Initiativen des vergangenen Jahres auf und auch in der musikalischen Gestaltung spiegelte sich die Diözese Feldkirch und ihr Jubiläumsjahr. So präsentierte der Feldkircher Domchor unter Benjamin Lack u. a. Gebhard Wiederins „Missa in d“. Wiederin prägte die Vorarlberger Kirchenmusik über Jahrzehnte hinweg – als Leiter von Werkwochen, als Domorganist und auch als Domkapellmeister in Feldkirch. Genauso aber hörte man Passagen aus Wolfgang Reisingers „Feldkircher Evensong“ der erst im September in Feldkirch uraufgeführt wurde. Aufgeführt wurde zudem Robert Jones‘ „Psalm 150“, den er den Kirchenchören der Diözese Feldkirch gewidmet hat, während das Ensemble Lindenthal neben Spirituals auch die Carl Lampert-Komposition „Allweiser du“ anstimmte. So schloss sich – unterstützt durch die Bregenzerwälder Saitenmusik, Domorganist Johannes Hämmerle  und die Solisten Birgit Plankel, Veronika Dünser, Stefan Gisinger und Wojciech Latocha – auch musikalisch der Kreis um die vergangenen 50 Jahre der Diözese Feldkirch.

Mit der Stadtmusik vom Dom zum Montforthaus

Es war ein Gottesdienst für und mit allen, den Erzbischof Franz Lackner gemeinsam mit Nuntius em. Peter Stephan Zurbriggen, Bischof Benno Elbs, den beiden Feldkircher Altbischöfen Klaus Küng und Elmar Fischer, Generalvikar und Dompfarrer Rudolf Bischof und vielen, mit der Diözese Feldkirch verbundenen Bischöfen und Äbten feierte. Es war ein Jubiläumsjahr für alle und zu einem fest für alle wurde dann auch die an den Gottesdienst anschließende Agape im Feldkircher Montforthaus, zu der man vom Domplatz aus durch die Stadtkapelle Feldkirch begleitet wurde.

Das Ende ist nur vorläufig

Im Montforthaus selbst dann ein fröhliches Austauschen von Erinnerungen aus den letzten 50 Jahren, ein Diskutieren über die Gegenwart der Kirche und viele Ausblicke darauf, wie es sein könnte. Vor allem aber war da eines: Dankbarkeit.

„Der Schlüssel zu einem erfüllten Leben ist die Dankbarkeit. Darum ist mir wichtig, dass ein von Herzen kommendes Wort des Dankes unsere 50-Jahr-Feier abrundet“, betonte Bischof Benno Elbs im Rahmen eines kleinen Festaktes, der sich an die Agape anschloss. Dabei erklärte er auch, warum der heutige Festgottesdienst für ihn sehr wohl ein Schlusspunkt für das Jubiläumsjahr, aber keinesfalls dessen Ende sei. „Das Jubiläumsjahr geht heute vorläufig zu Ende. Vorläufig deshalb, weil vieles, was in diesem Jahr angestoßen wurde, weitergehen soll. Ziel des Jubiläums war es auch, Impulse zu geben, die nachhaltig inspirieren. Das Jubiläumsjahr hat Horizonte des Glaubens aufgerissen und Perspektiven eines modernen Christseins eröffnet. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen sagen: Das Jubiläumsjahr der Diözese Feldkirch war ein Fest für die Menschen in Vorarlberg, ein Fest des Glaubens, ein Fest für alle.“

"Ausschlaggebend ist die Menschlichkeit"

Dem stimmten auch Landeshauptmann Markus Wallner und Feldkirchs Bürgermeister Wilfried Berchtold zu. Berchtold unterstrich vor allem die gute Zusammenarbeit von Kirche und Bischofsstadt - nicht nur in den Jubiläumsjahren, feierte doch die Stadt Feldkirch ihr 800-jähriges und das Land Vorarlberg sein 100-jähriges Bestehen. "Wichtig ist, dass wir nie uns selbst gefeiert haben, sondern immer mit den Menschen. Was uns als Stadt darüberhinaus mit der Diözese verbindet, ist die Sorge um die Menschen", so Berchtold. Es seien Sinn, Halt und Orientierung, die die Menschen heute besonders suchten. Hier solle die Kirche nicht müde werden, Halt und Orientierung anzubieten - auch wenn manche Schafe "dazwischenblökten".  
Landeshauptmann Markus Wallner meldete scherzend Interesse an einer Diskussion über Schafe, Lämmer und "Dazwischenblöker" an und gratulierte schließlich herzlich. "Ich bin mit dieser Kirche aufgewachsen und was ich zu diesem Jubiläumsjahr anmerken möchte ist, dass es nie ein Jubiläum war, das sich nur an eine Elite gewandt hat, sondern dass es ein Fest für alle war. Das tut uns gut." Denn am Ende des Tages werde die ausschlaggebende Frage immer lauten: "Wie menschlich haben wir gehandelt?" Dabei gehe es auch um die Verantwortung, die alle für die nächste Generation tragen. "Deshalb wünsche ich uns die Freude und den Mut der Kinder, die uns daran erinnern, welche Verantwortung wir tragen", so Wallner.
Und das heißt: dran bleiben, weiter machen!