Dass die Zukunft für die Pfarren - und die Kirche - viele Herausforderungen bringen wird, weiß man. Deshalb sorgt man in der Diözese Feldkirch vor - zum Beispiel mit dem Struktur- und Stellenplan 2030.

Veronika Fehle

Es tut sich was in der Katholischen Kirche Vorarlberg. Das heißt zum einen, dass der Priesterrat mit Rainer Büchel, Pfarrer von Götzis und Altach, einen neuen Vorsitzenden bekommen hat und das bedeutet zum anderen, dass mit dem Struktur- und Stellenplan 2030 ein wichtiges Planungsinstrument seine Neuauflage erlebt. Über diesen wurde bei der gemeinsamen Sitzung von Priester- und Pastoralrat in Feldkirch Altenstadt beraten.

Die Planbarkeit der Seelsorge

Als sich im Zuge des Zukunftsprozesses „Die Wege der Pfarrgemeinden“ abzeichnete, dass es in Personalfragen nicht leichter werden würde, Stichwort Priestermangel, entstand als ein Ergebnis des Prozesses der Struktur- und Stellenplan 2025. Der ging wenig später in seine Umsetzung. Das gemeinsame Schultern von Aufgaben und die Zusammenarbeit einzelner, eigenständiger Pfarren waren dabei Hauptankerpunkte. Begriffe wie Einzelpfarre, Pfarrverband und Seelsorgeraum prägten ab da die Diskussionen. Heute ist der Struktur- und Stellenplan 2025 so weit umgesetzt, dass es an seinen „Nachfolger“ geht. Der trägt naturgemäß den gegenwärtigen Entwicklungen Rechnung. So würde sich nach derzeitigem Stand die Zahl der Seelsorgeräume von 5 auf 6 erhöhen (neben Bregenz, Dornbirn, Hohenems, dem Lebensraum Bludenz und Lustenau reiht sich hier auch das Vorderland ein), während sich die Zahl der derzeit in Aussicht gestellten Einzelpfarren von 8 auf 6 reduzieren wird (Hard, Lauterach, Alberschwende-Müselbach, Feldkirch-Gisingen, Dompfarre Feldkirch, Lech). Für alle anderen Pfarren sind insgesamt 28 Pfarrverbände geplant.

Ein paar Zahlen

Interessant ist in dieser Diskussion auch die Zahl der aktiven Priester in der Pfarrseelsorge, die für 2030 auf rund 62 Priester geschätzt wird. Was das bei derzeit 126 Pfarren bedeutet, ist ein leichtes Rechenbeispiel. Empfohlen wird deshalb auch gleichzeitig, die Zahl der Stellen, die für Laien-Fachpersonal vorgesehen ist, von derzeit 48 auf 53 zu erhöhen. Und neu ist auch der transparent gestaltete „Personalschlüssel“, der Stellenprozente und Pfarrmitglieder bzw. Einwohneranzahl in Relation setzt. So soll ein Priester künftig für maximal 8000 Katholikinnen und Katholiken zuständig sein.

Der Struktur- und Stellenplan 2030 wurde nun den Mitgliedern des Priester- und des Pastoralrates vorgestellt. Beide Räte sprachen sich nach einer Diskussions- und Beratungsphase für die Umsetzung des Planes aus. Nun geht es für den Vorschlag in die nächste Runde. Denn erst die Bestätigung durch den Bischof setzt den Plan auch tatsächlich in Kraft.