Mit der neuen Öko-Enzyklika „Laudato si“ erteilt Papst Franziskus allen Menschen der Kirche einen eindeutigen Auftrag: den Schutz der Umwelt und damit den Schutz des (Über)Lebens der Erde. Bischof Benno Elbs sieht damit sich und alle Frauen und Männer der Kirche „in die Pflicht genommen“.

Die neue Öko-Enzyklika „Laudato si“ (Gelobst seist du) wird allseits als wichtiger Meilenstein in einem verantwortungsvollen und vor allem an Nachhaltigkeit orientierten Umgang mit den Schätzen der Natur gewertet. „Atmet die Schöpfung, die Natur, die Umwelt, atmet auch der Mensch. Stirbt die Natur, stirbt auch der Mensch“, fasst Bischof Benno Elbs einen der wohl maßgeblichsten Gedanken zusammen und erklärt, dass Papst Franziskus in diesem Verständnis sogar noch einen Schritt weitergeht: „Papst Franziskus sieht die Erde hier als unser wirkliches Gegenüber, als ein Geschöpf, das die Schwester des Menschen ist und das unter dem Raubbau, der an ihr betrieben wird, aufseufzt.“ Dabei verzichtet Papst Franziskus aber bewusst auf den moralisierenden Zeigefinger und wählt den Weg der Zukunftsperspektive. Papst Franziskus hat mit seiner Enzyklika einen Zugang und Schlüssel zu den großen Themen gefunden, die die Welt heute bewegen: die Zukunft der Welt und die Zukunft der Menschen.

Kleine Dinge, die jede/r tun kann

„Der Auftrag, der mit der Enzyklika ,Laudato si‘ an uns ergeht, ist ein zweifacher. Er verpflichtet uns dazu, unser Tun und Handeln immer und immer wieder zu überprüfen. Denn wir leben ja tatsächlich auf ,zu großem Fuße‘, wenn unser ökologischer Fußabdruck einem Vielfachen dessen entspricht, was die Natur erträgt. Und nicht nur die Natur: denken wir nur an die großen Flüchtlingsströme, die die Welt durchziehen. Krieg und Verfolgung sind die einen Ursachen der Flucht, der Klimawandel und die damit verbundene Zerstörung der Existenzgrundlage vieler Menschen eine andere. Es geht also darum, dass wir unser Handeln überprüfen und uns bewusst machen, dass davon auf einem anderen Teil der Erde Menschenleben abhängen.
Den zweiten Auftrag der Enzyklika verstehe ich als eine Bestandsaufnahme all dessen, was wir in den letzten Jahren bereits geleistet haben. Ich denke da zum Beispiel an die über 900 Umweltbeauftragten in den österreichischen Diözesen und Pfarren. Ich denke da an Kirchenrenovierungen, bei denen auf alternative Energiequellen gesetzt wurde und ich denke da an ganz kleine Dinge wie das ,Autofasten‘, oder das Verwenden von fair gehandelten Produkten. Das sind kleine Dinge, die in ihrer Summe groß werden können“, betont Bischof Benno Elbs.

Verbindliche Vorgaben

Und auch österreichweit zieht die Enzyklika ihre Kreise. So wird sich im Herbst die Vollversammlung der österreichischen Bischofskonferenz mit der Enzyklika auseinandersetzen. Dabei werden sich die Bischöfe auf die Expertise der diözesanen Umweltreferenten stützen. Ziel soll der Beschluss von Verbindlichkeiten sein, die dann in den Diözesen umgesetzt werden; mögliche Beispiele sind u. a. Vorgaben für den CO2-Ausstoß in kirchlichen Betrieben, zum Energieverbrauch und zu Lebensmittel aus biologischem Anbau.