„Ein Jahr Seliger Carl Lampert“ hieß es am Sonntag in Dornbirn St. Martin. Denn vor knapp einem Jahr – genau am 13. November 2011 – wurde der mutige Mann aus Göfis in Dornbirn selig gesprochen. Der Denkort „Layer“ und die neu gestaltete Carl Lampert Kapelle tragen die Erinnerung an den Seligen nun in der Gegenwart weiter. Und mit Pater Gaudentius Walser OFMCap, der das Goldene Ehrenzeichen der Diözese Feldkirch erhielt, wurde ein Mann ausgezeichnet, der maßgeblich am Gelingen des Seligsprechungsverfahrens für Carl Lampert beteiligt war.

Knapp ein Jahr nach der feierlichen Seligsprechung Carl Lamperts strahlt die Erinnerung an ihn gleichermaßen aus, wie die Weiterarbeit an seinem Vermächtnis der Menschlichkeit. Bestes Beispiel dafür war der soeben zu Ende gegangene Festgottesdienst in der Dornbirner Martinskirche, in dessen Anschluss nicht nur der Denkort „Layer“ von Hubert Matt und die Carl Lampert-Kapelle von Georg Vith eröffnet wurden, sondern auch Pater Gaudentius Walser OFMCap mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Diözese Feldkirch ausgezeichnet wurde.

„Das Gewissen als Ort der Würde“

Beides – Festgottesdienst und Festakt – stand klar und deutlich im Zeichen der Erinnerung, die in der Gegenwart weiter wirken soll und der verbindlichen Zusage zu Menschlichkeit und Gewissen. Das betonte auch Diözesanadministrator Dr. Benno Elbs in seiner Festpredigt und der Laudatio aus Pater Gaudentius: „Der heutige Tag ist ein guter Anlass, sich zu fragen, welche Werte, welche Zeichen der Heilige Martin und der Selige Carl Lampert uns an unseren Weg stellen. Drei Gedanken möchte ich Ihnen heute mitgeben. Es ist das Wissen darum, dass uns nichts von der Liebe Christi trennen kann, es ist die Barmherzigkeit und das Erkennen, dass die Armen, die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, die Schätze unserer Kirche sind und es ist das Gewissen, das die letzte Instanz persönlicher Verantwortung vor Gott ist. Das Gewissen ist der Ort der Würde, der Ort, wo der Mensch zu Gott ,Du‘ sagt. Letztendlich ist es unsere große Berufung als Christen, zu unserem Gewissen zu stehen.“

Zwei künstlerische Ge-Denk-Anstöße

An den Gottesdienst anschließend, der von Kirchenchor und Orchester St. Martin, mit Julia Rüf an der Orgel und unter der Leitung von Rudolf Berchtel musikalisch gestaltet worden war, wurden der Denkort „Layer“ und die Carl Lampert-Kapelle eröffnet.
Für seinen Denkort entwarf der Vorarlberger Künstler Hubert Matt ein Röhrensystem, das in die Tiefe geht. Oberflächlich betrachtet bilden die Betonröhren, die in den kleinen Park zwischen Pfarrhaus und Kirche eingelassen wurden, eine Ebene. Darunter aber verbirgt sich das Auf und Ab, das Unregelmäßige, die Denkanstöße.
Nur wenige Meter weiter wurde mit der Carl Lampert-Kapelle ein zweiter Denk- und Gedenkort gestaltet. Georg Vith, der als Kurator in Zukunft weitere Künstler zur kreativen Arbeit mit der Person Carl Lamperts einladen wird, hat hier eine Kapelle gestaltet, die nach außen dringt. Projektionen und Textbänder öffnen den Raum hin zum Marktplatz, wo sie den Passanten zu Begleitern im Alltag werden, irritieren und verstören und vielleicht auch Impulse zum Weiterdenken geben.

Die Stadt, die Kunst und ihre Menschen

Die Bedeutung jener Orte, die Raum für Ge-Denken schaffen, die Freiräume markieren und Botschaften weitertragen, erläuterten u. a. Kulturlandesrätin Andrea Kaufmann, der Dornbirner Kulturamtsleiter Roland Jörg, der Dornbirner Stadtarchivar Werner Matt sowie Walter Buder, der die Erinnerungsarbeit um Carl Lampert jahrelang begleitet hatte.
Jeder von ihnen erschloss sich die Person Carl Lampert, die Plätze und Orte der Stadt, die Kunst und die Kultur auf neue Weise und machte so auch die verschiedenen Zugänge zu Carl Lampert und seinem Vermächtnis der Menschlichkeit sichtbar.

Goldenes Ehrenzeichen für Pater Gaudentius Walser OFMCap

Die Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der Diözese Feldkirch an Pater Gaudentius Walser OFMCap war dann sicher einer der Höhepunkte des heutigen Vormittags. Pater Gaudentius, selbst aus Göfis stammend und naher Verwandter des Seligen Carl Lamperts, war in den vergangenen Jahrzehnten eines jener Schwungräder, die das Seligsprechungsverfahren immer wieder vorantrieben.
Das Zusammentragen, das Sammeln der Dokumente von und über Carl Lampert war das eine. Auf der anderen Seite war und ist da aber auch das beständige Wachhalten der Erinnerung an Carl Lampert. So wurde Pater Gaudentius zu einem echten Motor des gesamten Seligsprechungsverfahrens.
Für sein Engagement und sein Eintreten dafür, dass das Gedächtnis an Carl Lampert weiter wirken konnte, wurde Pater Gaudentius im Rahmen des heutigen Festaktes mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Diözese Feldkirch ausgezeichnet.

Keinen Staub angesetzt

Übrigens, es sind nun zwar knapp zwölf Monate seit der Seligsprechung Carl Lamperts vergangen. Ruhig ist es um den Seligen aber deswegen noch lange nicht geworden. Das Carl Lampert-Forum, das neu gegründet und mit dessen Leitung Bernhard Loss beauftragt wurde, sorgt dafür, dass die Erinnerungsarbeit auch in Zukunft keinen Staub ansetzen kann.

www.carl-lampert.at