Anlässlich des Internationalen Weltfriedenstages 2016, der am 21. September begangen wird, hat Dr. Hildegard Goss-Mayr - Ehrenpräsidentin des Internationalen Versöhnungsbundes, Österreichischer Zweig - in ihrer Predigt im Rahmen eines Gottesdienstes in der Wiener Donaucity-Kirche appelliert, "klar gegen Unrecht Stellung zu nehmen und gewaltfrei für den Frieden" einzutreten.

Zum Weltfriedenstag am 21. September 2016: Stellung nehmen gegen Unrecht und gewaltfrei für den Frieden einstehen

Hildegard Goss-Mayr, die sich ihr Leben lang für aktive Gewaltfreiheit einsetzt, betonte in ihrer Predigt: „Wie die Propheten müssen auch wir unser Gewissen der Wirklichkeit, dem ungeheuren Unrecht unserer Zeit öffnen und dagegen klar Stellung beziehen" und nahm Bezug auf die brutalen Machtkämpfe um die Ressourcen der Erde, die Milliardenausgaben für Rüstung und Kriege. Das halte "Millionen von Menschen in Armut, Abhängigkeit und treibe sie in die Flucht"; Waffenproduktion und -handel ermögliche die Kriege in Nahost und Afrika; die Gier, die die Umwelt ausbeutet und zerstört oder die politische Manipulation von Religion treibt die Spirale der Gewalt an. Und bei uns selbst herrsche populistische Verzerrung der Wirklichkeit, ausgrenzender Nationalismus, die Aushöhlung der Menschenrechte geschehe durch das Schüren von Angst, sprach sie nur Einiges der gesellschaftlichen Realität in Österreich an.

Die Antwort ist für  Goss-Mayr „Gewaltfreiheit. Dieser Widerstand durchbricht die Spirale der Gewalt. Sein Ziel ist nicht Sieg, nicht Unterwerfung des Gegners, sondern sie will ihn aus seiner Verstrickung in das Böse befreien“ erklärte sie das grundlegende Wirkungsprinzip gewaltfreier Aktion. Goss-Mayr sprach jedoch nicht nur über die Probleme, sondern auch über die vielen engagierten Menschen: „Diese befreiende und Frieden schaffende Kraft ist lebendig in unserer Welt. Unzählige bilden ein Friedensnetz und kämpfen um Leben in Würde für alle.“ Als Beispiele führte sie das Engagement für Menschen auf der Flucht ins Treffen, den Einsatz gegen Rüstung und Waffenhandel – auch den österreichischen – sowie den Kampf gegen die Ausbeutung von Ackerboden, Wasser und Bodenschätzen durch Großunternehmen, die der einheimischen Bevölkerung die Lebensgrundlage rauben.“ Sie erinnerte in bewegenden Worten daran, dass in Italien im Juli dieses Jahres nach der Ermordung eines Priesters Jacques Hamel in Frankreich etwa 15.000 Muslime spontan katholische Kirchen besuchten, um ihrer Trauer über dieses Verbrechen Ausdruck zu verleihen: „Sie verurteilten Gewalt, ohne Abstriche“ sagte sie.

Zum Schluss des Gottesdienstes sang Ernst Toman von der "Friedensinitiative 22", die sich jeden zweiten Dienstag im Monat in der Donaucitykirche trifft, ein Friedenslied. Der Gottesdienst wurde von Pax Christi Wien, der ökumenischen Aktionsgruppe Christinnen und Christen für die Friedensbewegung, dem Wiener Friedensbüro gemeinsam mit der Donaucitykirche organisiert.

Der Text der Predigt kann als PDF heruntergeladen werden (siehe Links&Dateien, rechts oben)
Quelle: Presseaussendung des Wiener Friedensbüros, c/o Alois Reisenbichler / Tel. 0664 3951809 / Kontakt per