Da soll noch einer behaupten, die heutige Jugend sei faul! Wer derzeit einen Blick in den Garten gegenüber des Wolfurter Pfarrheims wirft, sieht Rasenmäher, Spaten, Trimmer und viele andere Gerätschaften im Großeinsatz. Und mittendrin: die Katholische Jugend und Jungschar Wolfurt!

Bekanntlich beginnen Märchen ja mit "Es war einmal...". In diesem Sinne: Es war einmal ein Pasta-Talk, der im Rahmen des Diözesanforums der Katholischen Kirche Vorarlberg stattfand. Die KJ/JS-Wolfurt nahm damals ein Pasta-Paket mit, bildete ein Team und schon war die Idee eines eigenen KJ/JS-Gartens geboren! (Unter www.pastatalk.at finden Sie übrigens alle Informationen zum Pasta-Talk)

Es begann beim Pasta-Talk

Oder etwas ausführlicher: "Du hast 500 Euro Startkapital und viele Ideen für eine bessere Welt. Wo fängst du an?" ist auf einem der Pasta-Talk-Zettel der Jungen Kirche zu lesen. Darauf wussten Nicolai Raid (= Leiter der KJJS Wolfurt) und die anderen KJ/JS-LeiterInnen sofort eine Antwort: "Ich mache einen KJ/JS Garten!" In neun Punkten wurde die Idee ausgearbeitet und ab Mai 2020 auch realisiert.

Mais, Kartoffeln und was für die Bienen

Nach intensiver Planung machte die älteste Bubengruppe den Anfang und ging mit Rasenmäher, Trimmer und Spaten ans Werk, damit der Garten gegenüber des Pfarrheims auch wirklich ein Garten werde. Angepflanzt werden sollen nämlich verschiedene Sorten Popcorn-Mais für eine gemeinsame Kinovorführung. "Außerdem werden wir verschiedenfarbige Kartoffeln und ein paar Süßkartoffeln anpflanzen, damit wir hoffentlich im Herbst bei unserer Jungschar-Aufnahme ein leckeres Mittagessen haben werden. Natürlich ist irgendwann auch eine Blumenwiese für die Bienen geplant", erklärt Raid.

Mehr als nur ein Gemüsegarten

Da aufgrund der aktuellen Situation leider auch das Pfingstlager entfällt, gibt es mit dem Garten einen Plan B. Und der sieht nicht nur das Umgraben und Bepflanzen durch ein paar KJ/JS-Gruppen und deren LeiterInnen, sondern auch noch den Bau eines Zauns, von Sitzgelegenheiten und viele andere Ideen vor. "Dabei werden die Kinder natürlich eingebunden, und jede Gruppe wird ihren Anteil zu diesem Projekt beitragen", freut sich Raid.

Und noch weitere Gedanken spielen laut Raid mit: "Wir wollen unseren Kindern und Jugendlichen zeigen, wie einfach es ist, selber Lebensmittel herzustellen und woher diese kommen. Ein anderer Gedanke war, dass wir damit unsere eigenen Aktionen mit Selbstgemachtem verpflegen können. Zudem soll der Garten auch Treffpunkt und Platz für Gruppenstunden werden, da dieser direkt neben dem Pfarrheim ist".

Essbare Stadt und Co

PS: Gemeinschaftsgärten sind natürlich keine gänzlich neue Erfindung. Die Pfarre Haselstauden ermöglicht Familien auf einer Wiese zum Beispiel den Anbau von Gemüse, in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Essbare Stadt". Andere Pfarren lassen den Kindergarten, unterstützt durch den Obst- und Gartenbauverein, im Pfarrgarten „gärtlern" oder machen sich anderweitig Gedanken, wie sie manche Grundstücke im Sinne von mehr Ökologie, Solidarität und Vielfalt anders verwenden können. Beispiel gefällig? Heimische Blumenwiesen für  Bienen und andere Insekten, oder das Verpachten an Biobauern und andere ökologische Projekte?

Sie haben Ideen? Wir haben die f5-Förderung

Übrigens: Da der Katholische Kirche Vorarlberg Schöpfungsverantwortung besonders wichtig ist, hat sie 2017 das Projekt f5 ins Leben gerufen. f5 ist das entsprechende kirchliche Pendant zu den e5 Gemeinden. Wofür die Fünf fairen "fs" stehen, welche Kriterien Sie erfüllen müssen und wie viel der Diözese jedes f wert ist, lesen sie hier »