Wer hätte nach der ersten Hälfte des Jahres gedacht, dass der Sommer noch so schön wird? Mit brütender Hitze, erfrischenden Regenschauern und sogar kälteren Tagen war wirklich für jeden etwas dabei - genau so, wie bei der Sommerkirche.

Wir schreiben Juni, als die Katholische Kirche Vorarlberg mit einer neuen Idee aufhorchen lässt: eine Sommerkirche soll heuer Sommerprogramm des Jahres sein, das bisher coronabedingt mit gar nichts punkten konnte. Nach einem Lockdown und vielen Stunden zu Hause in den eigenen vier Wänden, lud die Sommerkirche ins Freie ein - zu Dialog und Begegnung, z.B. bei einer Feldmesse, einem Gebet am Lagerfeuer oder bei Kräutersegnungen und -wanderungen.

Nicht nur bei schönem Wetter ...

Und wenn das Wetter dann doch einmal nicht mitspielte, gab es natürlich auch Kirchenführungen, „Gebete in der Oper“, eine ansprechende Sonderbeilage des Vorarlberger KirchenBlattes für SeniorInnen und Sonntagsgottesdienste, die dank ORF Radio Vorarlberg einmal pro Monat regional übertragen wurden. Mit dem kleinen Buch „Mein Sommer“ erhielten Familien, Kinder und Jugendliche viele Tipps und Anregungen, was man im Sommer unternehmen könnte - und das war quer durchs ganze Land so gut wie überall erhältlich. Stichwort 20.000 Booklets in Bibliotheken, Pfarren, Schulklassen, Tourismusbüros und Museen.

#PilgernGsi

Unter dem Motto #PilgernGsi wurde ganz Vorarlberg "begangen" - viele lernten "ihr" Ländle so von einer ganz neuen Seite kennen. Wer die spannende Serie „Pilgerwege durch Vorarlberg“ in den VN und auf VOL.at verpasst hat, kann sie hier nachschauen, -lesen und vielleicht -gehen. "Der heurige Sommer war nicht nur besonders, weil ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen konnte, sondern auch, weil die Sommerkirche mir neue (Jakobs)wege näher gebracht hat, die wir gemeinsam gehen konnten", zeigt sich auch Manuela Gangl, ihres Zeichens Koordinatorin der Sommerkirche, vom "Gehfieber" angesteckt. Und dann waren da natürlich noch hunderte BesucherInnen bei unzähligen Alp- und Bergmessen (die übrigens noch nicht alle vorbei sind).

Wenn Kinder sogar zum Salatbuffet gehen

Eine ganz besondere Woche verbrachten fünf Familien bei der Familienauszeit im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast. Sozusagen Urlaub gleich ums Eck, mit zwanglosem Programm und sogar Zeit zu zweit war möglich. "Die Familienauszeit hat gehalten, was sie verprochen hat. Sie hat Familien mit Kindern zwischen vier Wochen und 14 Jahren Entspannung und eine Auszeit vom Familienalltag ermöglicht", erzählt Hermine Feuerstein, die die Woche begleitet hat. Ihr persönliches Highlight? "Wasserschlachten im Innenhof von St. Arbogast, Kugelbahnbauen im Wasser und Stockbrot in der Örflaschlucht - und dass sogar kleine Kinder sich selbst am Salatbuffet bedienten und Dinge probierten, die sie vorher gar nicht kannten."

Auch wenn sich der Sommer - und damit die Sommerkirche - dem Ende zu neigen: die Idee hinter der Sommerkirche bleibt aktuell: Dialog und Begegnung auf unkomplizierte Weise.