Editorial von Pastoralamtsleiter Martin Fenkart

… so wird meine Seele gesund.“ Der Satz kommt allen bekannt vor. Aber wie lautet Ihr wichtiges Wort, das gesund macht? Urlaub? Abracadabra? Amen? Simsalabim? Wer oder was macht die Seele gesund? Ich schlage heute ein solches Wort für die Sommerkirche vor: „Compassion.“ Compassion steht für Mitleid, Mitgefühl, Barmherzigkeit, Mitfreuen, Mitgehen, Mitmensch sein.

Als meine Frau und ich mit drei kleinen Kindern in Wien gewohnt haben und wenig Unterstützung durch die eigene Familie möglich war, erhielt meine Frau eines Tages einen großen Blumenstrauß - zugestellt durch den Fleurop-Boten von einer betagten Dame, namens Maria Loley. Sie wohnte 3 Minuten von uns entfernt und konnte uns aufgrund ihrer Gebrechlichkeit keine Unterstützung bei den Kindern geben, aber sie wollte Elisabeth auf diese Weise Mut machen und Wertschätzung schenken.

Vielleicht haben Sie den Namen Maria Loley schon einmal gehört. Die Flüchtlingshelferin baute die „Bewegung Mitmensch“ auf und war neben Altbürgermeister Zilk eines der Briefbombenopfer von Franz Fuchs. Maria hatte einen scharfen Blick für die Menschen. Ihre zupackende und wertschätzende Aufmerksamkeit für jede und jeden hat mich sehr beeindruckt. Ich wünsche uns allen eine Haltung von Compassion. Es gibt hunderte Ideen, Compassion zu leben. Die Pfarre Altach beispielsweise schickt ihren Ministrant/innen eine Geburtstagskarte. Und in St. Gerold werden Trauernde auf einem Weg der Stille begleitet - um nur zwei Beispiele der Sommerkirche zu nennen.