Eine großartige Fernsehserie mit religiöser Thematik läuft zurzeit in SRF 1.

Klaus Feurstein

Wenn man die biblischen Geschichten von Kain und Abel mit der Opferung des Isaak mischt, ergibt es den zentralen Plot der dänischen Fernsehserie „Die Wege des Herrn“: Es geht um den tyrannischen Pastor Johannes und seine beiden Söhne Christian und August, die um die Anerkennung des Vaters buhlen. Beide haben zunächst Theologie studiert, doch der eine ist nach einigen Umwegen (z. B. über Nepal) Buddhist und schließlich erfolgreicher Autor geworden, der andere gemäß dem Wunsch (oder Befehl) seines Vaters Pastor – wie all ihre Vorfahren seit 250 Jahren. Diese Tradition zeit seines Lebens weiterzuführen und auch in der Generation seiner Söhne nicht abreißen zu lassen, ist Johannes' wichtigstes Anliegen – für das er auch bereit ist, seinen Sohn zu „opfern“.

August, der Pastor, muss ein moralisches Dilemma nach dem anderen überstehen und lösen. Zuerst meldet er sich als Militärpfarrer nach Syrien. Darf er die Waffen segnen, weil seine Kameraden dies so wünschen, obwohl er das als guter Protestant für Aberglauben hält? Darf er sich als Geistlicher an den Kampfhandlungen beteiligen, um für die Soldaten ein glaubhafter seelischer Begleiter zu werden? Er entscheidet sich dafür und erschießt dabei irrtümlich eine unschuldige Frau. Dies wird zu einem Trauma, das ihn auch zu Hause nicht mehr verlässt. Seine Frau möchte, dass er von einem Psychiater behandelt wird, sein Vater verlangt von ihm, dass er die Tat verschweigt und einzig mit Gott seine psychischen Probleme löst…

Lars Mikkelsen hat für die Rolle des Johannes den internationalen Emmy-Serien-Award für den besten Hauptdarsteller gewonnen.
Die erste Staffel der Serie „Die Wege des Herrn“ wurde im Dezember in Arte ausgestrahlt und läuft zurzeit auf SRF 1. Ab Mittwoch ist die dritte Folge zu sehen.

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Die erste Staffel, bestehend aus 10 Folgen, gibt es auch auf DVD. Die zweite Staffel ist bereits abgedreht und wurde im dänischen Fernsehen gezeigt. Deutschsprachige Sendetermine sind noch nicht bekannt.