Scheitern gilt nicht gerade als männlich - besser gar nicht darüber reden. Karfreitag und Ostern sind eine besondere Geschichte des Scheiterns, die mit der Auferstehung endet. Darin steckt auch ein Signal für Männer.

Von Markus Hofer

„Gelungenes Scheitern“ – ist das nicht ein Widerspruch in sich? Nicht aus Sicht des Osterfestes, das eigentlich das große Fest des gelungenen Scheiterns ist. Der Ölberg ist ein Inbegriff des Scheiterns, Karfreitag der Tiefpunkt, wo alles düster und hoffnungslos scheint, wo alles aus ist, bis nach dem Karsamstag die Auferstehung folgt, die Erlösung, das gelungene Scheitern gleichsam. Die Botschaft von Ostern: Das Scheitern ist Teil der Erlösung. O felix culpa, heißt es in der Osternacht, glückliche Schuld.


Einen Mann erkennt man nicht daran, wie oft er fällt, sondern wie oft er aufsteht. Scheitern ist immer noch ein Tabu in unserer Männerwelt. Dabei passiert es uns doch tagtäglich, dass wir scheitern an größeren oder kleineren, an beruflichen oder privaten Dingen. Deshalb geht es nicht darum, ob wir scheitern, sondern wie wir daraus Gewinn ziehen können. Die entscheidende Frage ist eher: Was lernen wir daraus?


Wer gestolpert ist, rappelt sich wieder auf. Wer aber weiter dem Hindernis böse ist und ihm Vorwürfe macht, wird in der nächsten Runde garantiert wieder darüber stolpern. Der Königsweg vom Scheitern zum Gelingen führt über die Vergebung, denn in den Vorwürfen bleiben wir stecken.