Neben Corona haben derzeit scheinbar nur wenig Themen in den Medien Platz. Das Klima bzw. Österreichs Beitrag zum Klimafond sind aktuell wieder Teil davon, denn: Österreich verfünffacht seinen Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung.

Was kostet die Welt? Darauf wissen auch wir keine Antwort, aber eines ist schon mal klar: Österreich lässt sich den Klimaschutz im Rahmen des Green Climate Fund (GCF) mehr kosten. Wie Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) Anfang der Woche bekanntgab, werden zusätzlich zu den von der Übergangsregierung 2019 festgelegten 30 Millionen Euro jährlich 25 weitere Millionen an den GCF gezahlt.

Und damit nicht genug

Österreichs Beitrag zum Green Climate Fund wird sich bis 2023 von 26 Millionen Euro Ausgangslage verfünffachen und sich dann auf 130 Millionen Euro belaufen.  "Wir schaffen damit einen dreifachen Nutzen: Wir retten unsere Lebensgrundlagen, ermöglichen den wirtschaftlichen Wiederaufbau und schaffen Perspektiven gegen die Armut", erklärte die für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie zuständige Ministerin via Twitter.

Österreich setzt ein Zeichen

Applaus kommt von Seiten der Kirche, die bereits im Vorfeld eine fachlich begleitete Aufstockung "auf einen der Wirtschaftsstärke entsprechenden Beitrag" gefordert hatte. Der Beitrag sei ein  "gutes Zeichen, dass Österreich der Green Climate Fund wichtig ist und als Mitglied in dessen Vorstand gehört werden will", lobte Martin Krenn, Klimaexperte bei der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO) die Entscheidung.

Wofür das Geld verwendet wird

KOO-Experte Krenn betonte, dass es sich beim Green Climate Fund nicht nur um "das zentrale Klimafinanzierungsinstrument der UNO" handle, sondern dass es dank der UN-Klimaverhandlungen auch "sehr gute Richtlinien" aufweise: Allen voran einen gleichermaßen aus Vertretern der Industrie- wie auch der Entwicklungsländer besetzten Vorstand, sowie die Vorgabe, die eine Hälfte seiner Gelder in Klimaschutz, die andere für die Anpassung an den Klimawandel zur Verfügung zu stellen. Letzteres sei für die Hilfe für die Bevölkerung und die Entwicklung vor Ort besonders wichtig - während in den Bereich Klimaschutz oft an Entwicklungsländer vergebene Kredite eingerechnet werden, die später wieder zurückbezahlt werden müssen.

Gestärkte Stimme

Österreich solle seine nun gestärkte Stimme im Vorstand des Fonds nutzen, um dessen inhaltliche Ausgestaltung voranzutreiben, forderte Krenn. Einerseits solle dabei dem von der EU angesichts der Corona-Krise forcierten "Grünen Aufschwung" Rechnung getragen, andererseits ein verstärkter Fokus auf lokale Entwicklung in den betroffenen Staaten gelegt werden. Dass dabei vor allem kleine Projekte effizient seien statt den bisher vom Fonds unterstützten äußerst großen Projekten mit einem Umfang von bis zu mehreren hundert Millionen Dollar, könnten die kirchlichen Hilfswerke aus der Erfahrung ihrer zahlreichen Partnerprojekte bestätigen.

Zugleich wies der KOO-Experte darauf hin, dass der jährliche Beitrag von 25 Millionen Euro zum Green Climate Fund nur einen kleinen Teil von Österreichs finanzieller Unterstützung für Klimamaßnahmen in Entwicklungsländern darstellt, welche zuletzt im Jahr 2018 mit insgesamt 328 Millionen Euro angegeben wurde. Die Bundesregierung sollte nun vor allem darauf achten, "die direkt gestaltbaren Zuschüsse der internationalen Klimafinanzierung - jene Beiträge, welche Entwicklungsländer nicht wieder zurückbezahlen müssen - zu erhöhen, wie dies in internationalen Verpflichtungen zugesagt wurde", foderte Krenn. (red/kathpress)