Ein Segen für verzweifelte Angehörige: Krankenhausseelsorgerin Daniela Bohle-Fritz unterstützt Mütter bzw. Eltern, die während der Schwangerschaft oder während bzw. kurz nach der Geburt ein oder mehrere Kinder, sogenannte „Sternenkinder“, verloren haben.

Ein Thema, so zerbrechlich und verletzlich, dass es kaum möglich ist, passende Worte zu finden. Der Schmerz und Verlust der Angehörigen sind tief, kaum vorstellbar für einen Außenstehenden, auch nicht, wenn dieser selber Vater oder Mutter eines Kindes ist. Umso wichtiger ist es, zu wissen, dass es Anlaufstellen für Betroffene gibt. Der Sinn eines Gesprächs beispielsweise mit einem Seelsorger ist es nicht, die Trauer zu mindern oder gar zu verdrängen. Vielmehr wird gezeigt, wie man lernt, mit diesen überwältigenden Gefühlen umzugehen, lernt, dass ein ganz individuelles Trauern erlaubt ist; aber auch, wie man wieder zurück ins Leben finden kann.

Daniela Bohle-Fritz ist Seelsorgerin am LKH Feldkirch und weiß, in welche Verzweiflung Eltern beim Verlust eines Kindes geraten. Sie und ihr Team besuchen regelmäßig die Gynäkologie und die Intensivstation, so treffen sie betroffene Frauen und bieten bei Bedarf ein unterstützendes Gespräch an. „Die Eltern können auch jederzeit einer Krankenschwester mitteilen, dass sie Unterstützung von uns wünschen“, so Bohle-Fritz. Ihre Begleitung reicht von vielfältiger psychischer Unterstützung in der akuten Trauersituation über Informationen zu Begräbnismöglichkeiten bis zu Segens- und Abschiedsriten. „Ich ermutige die Frauen und Männer, sich genügend Zeit zu nehmen, um ihr verstorbenes Kind erleben zu können“, erzählt die erfahrene Seelsorgerin. „Natürlich ist Schmerz da, jedoch auch schöne Erinnerungen, z.B. an ein Ultraschallbild, ans Halten des Kindes im Arm, wenn das möglich ist. Oder auch an eine Segensfeier für das ungeborene Kind oder später an einen Abschiedsritus. Solche guten Erfahrungen gilt es zu ermöglichen und als Schätze im Herzen zu bewahren.“ Für viele Eltern ist es wichtig, dem Kind einen Namen oder Kosenamen zu geben und konkrete Erinnerungsorte zu finden. „Das ist zuerst einmal ein Platz zuhause, an dem die Erinnerungsgegenstände verwahrt sind. Dann helfen wir, eine passende Begräbnisstätte zu finden. Das kann z.B. ein eigenes Familien- oder Kindergrab, die interreligiöse Begräbnisstätte im Frühverstorbenenfriedhof des LKH Rankweil oder die muslimische Begräbnisstätte in Altach sein“, informiert Bohle-Fritz. „Betroffene Eltern werden außerdem auf Wunsch zum jährlichen Gedenkgottesdienst im November eingeladen.“

Die Seelsorgerin hat auch einen persönlichen Hintergrund. „Drei Geschwister von mir sind vor oder während der Geburt gestorben und ich weiß um meinen eigenen Schmerz und den meiner Eltern“, berichtet sie. „Ich bin vom Schmerz beim Verlust von Kindern immer selbst sehr betroffen. Es berührt uns zum Glück noch immer. Natürlich haben wir aber regelmäßig Supervision und es ist sehr wichtig, als Ausgleich frohe Dinge in der Freizeit zu erleben - denn manches an Schwerem nimmt man mit nach Hause und es hinterlässt auch Spuren im eigenen Leben.“

Mag. Daniela Bohle-Fritz

 


Mag.a Daniela Bohle-Fritz
LKH Feldkirch, Carinagasse 47, 6800 Feldkirch
T 05522 303-4060, E daniela.bohle-fritz@lkhf.at,
seelsorge@lkhf.at

Weitere Beratungs- und Begleitungsmöglichkeiten:

Auf der Sternenkind-Österreichkarte finden Sie Kontakte für Gedenk- und Bestattungsorte, Körpertherapie, Psychische Begleitung, Körpertherapie, Gruppenangebote und Sternenkinderfotografie.

Weitere Anlaufstellen:

„Sternenmami-Kaffee“
zum Austausch von Sternenmamis und Sternenpapis
Davennasaal in Stallehr (Stallehr 38, 6700 Stallehr)
www.sternenmamis.at

www.schwanger.li
Begleitung und Informationen zum Thema