Zehn Jahre war Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen als Apostolischer Nuntius in Österreich. Vorarlberg spielte da für ihn immer auch eine ganz besondere Rolle.

Veronika Fehle

Seit gut zehn Jahren haben Sie als Apostolischer Nuntius in Wien immer auch die Kirche hier ganz im Westen Österreichs begleitet.
Nuntius Peter Stephan Zurbriggen: Ende 2008 wurde ich zum Nuntius bestellt und bin dann am 2. April 2009 nach Wien gekommen - am Todestag von Papst Johannes Paul II. Er war es auch, der mich 1994 in Rom zum Bischof geweiht hat. Ja, und jetzt sind es zehn Jahre geworden, dass ich hier bin. 

Sie selbst stammen aus dem Wallis, sind also auch ein Alemanne ...
Zurbriggen: Ja, und Vorarlberg ist auch ein bisschen Heimat für mich. Ich kann mich noch gut erinnern: Als ich ganz frisch nach Wien gekommen bin, habe ich mich natürlich mit Kardinal Schönborn getroffen. Beide haben wir unser schönstes Hochdeutsch ausgepackt. Auf einmal sagt dann der Kardinal zu mir: „Weißt du, redamr normal. Redamr Alemannisch.“. Das hat mich sehr gefreut. Wir Schweizer und Vorarlberger, wir sind einfach durch so vieles verbunden. Und ohne irgendjemanden zu beleidigen, es ist schon ein Unterschied zwischen dem Ländle und Wien. 

Mit Ende November werden Sie in den Ruhestand treten. Wie darf man sich einen Nuntius im Ruhestand vorstellen?
Zurbriggen: Ich sehe das sehr positiv. Ich habe mit Monsignore George Panamthundil einen Geschäftsführer ernannt, der die Geschäfte jetzt leitet, bis ein neuer Nuntius für Österreich bestellt ist. Am 8. Dezember werde ich wahrscheinlich schon auch in Feldkirch sein und das Jubiläum der Diözese mitfeiern. Dann allerdings als Nuntius emeritus. 

Im Rückblick, wie hat sich die Kirche Ihrer Meinung nach in den letzten zehn Jahren verändert?
Zurbriggen: Es ist viel passiert. Natürlich ist nicht immer alles günstig für die Kirche verlaufen. Natürlich gibt es Probleme. Aber man muss auch sehen, was sich alles entwickelt hat. Ich denke da auch an die Seligsprechung von Carl Lampert und die vielen Impulse, die daraus entstanden sind. Ich würde sagen, es ist wichtig, dass man optimistisch ist.
Und Bischof Benno macht hier natürlich auch einen großartigen Dienst. Ich erlebe es immer wieder, wenn ich mit ihm zum Beispiel die Bregenzer Festspiele besuche. Es ist fast unmöglich auch nur einen Schritt zu tun. Überall hört man: „Hallo Benno, wie geht es?“ 

Apostolischer Nuntius Peter Stephan Zurbriggen

Geboren wurde Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen 1943 im Schweizerischen Brig (Kanton Wallis).  Nach der Matura und dem Dienst beim Militär trat er ins Priesterseminar ein. In Rom, wo er Theologie studierte, wurde er 1969 zum Priester geweiht.

Ab 1975 war Peter Stephan Zurbriggen im Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls tätig. Seine Dienstorte waren u. a. die Nuntiaturen in Bolivien, Deutschland, Uruguay, Frankreich, Lesotho (Enklave in Südarfrika), Indien und Nepal. 2009 wurde er schließlich von Papst Benedikt XVI. zum Nuntius in Österreich bestellt.

(aus dem KirchenBlatt Nr. 48 vom 29. November 2018)