Seit dem vergangenen Jahr setzen die Schwestern der heiligen Klara neben Bregenz auch in Schruns das franziskanische Wirken fort. Die Klaraschwestern sind in Schruns nicht unbekannt: Bereits von 1983 bis 1995 wirkten sie dort gemeinsam mit den Kapuzinern.

Am 21. Mai laden die Schwestern der heiligen Klara alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür in das Kloster Gauenstein in Schruns ein. Um 11.00 Uhr feiert Bischof Benno Elbs eine Eucharistiefeier in der Klosterkirche, bei der die Schwestern Lieder aus ihrer CD, die auch käuflich erworben werden kann, zum Besten geben werden. Und um 18.30 Uhr findet als Abschluss des Tages ein Wortgottesdienst statt. Neben der Bewirtung im Klostergarten mit musikalischer Begleitung der Sibner Partie wird es Führungen durch das Haus geben und es können klostereigene Produkte wie zum Beispiel Balsame, Kräutersalz, Bienenwachskerzen und vieles mehr gekauft werden.„Die Freude bei uns Schwestern der Hl. Klara war übergroß, als bei der Suche nach einer weiteren Niederlassung sich mehr und mehr zeigte, es wird Gauenstein. Das Kloster Gauenstein ist die Wiege unserer Gemeinschaft. Im Sommer 1983 hat Sr. Margareta Sterzinger mit zwei Schwestern im Sommerhaus des Kapuzinerklosters Gauenstein unsere kontemplative Lebensweise im Geist der hl. Klara begonnen und gemeinsam mit der dort lebenden Brüdergemeinschaft über Jahre den Ort geprägt und belebt. Sich einreihen zu können in eine lang gelebte und durchbetete franziskanische Tradition, ist für uns einfach ein Geschenk“, betont Sr. Rita-Maria Schmid, Äbtissin der Klaraschwestern in Bregenz, die auch weiterhin in Bregenz leben und wirken werden.

Das Kloster auf dem Gaues wurde im Jahr 1843 durch das Ehepaar Fidel und Anna-Maria Tschol aus Schruns für die Pfarre gestiftet. 1844 kamen die ersten Kapuziner auf den Gaues. Bruder Engelbert Bacher lebte und wirkte mehr als 34 Jahre in Gauenstein. War er auch immer der Kapuziner-Brüdergemeinschaft in Feldkirch zugeordnet, so bewirtschaftete er das Kloster jahrelang allein. „Mit den Klaraschwestern wird das Kloster weiterhin in franziskanischem Geist geführt. Das macht mich froh“, unterstreicht Bruder Erich Geir, Provinzial der Kapuziner Österreichs und Südtirols die Freude über die Kontinuität am Ort.
 
Das Leben, Beten und Arbeiten der „Schwestern der heiligen Klara“ vollzieht sich innerhalb des Klosters in Zurückgezogenheit und ist geprägt durch eine Atmosphäre der Stille und durch Zeiten des Schweigens. Der persönliche Lebensbereich ist ihnen als Klausur vorbehalten. Die Gebetszeiten bilden im Tagesablauf das feste „Gerüst“.  Sie haben Priorität, und alle anderen Tätigkeiten und Aufgaben fügen sich in diesen vorgegebenen Rahmen ein. Einen Teil der Gebetszeiten gestaltet jede Schwester für sich alleine. Stille Zeiten im Tagesablauf geben den Raum dafür. Zeiten des Alleinseins und der schwesterlichen Gemeinschaft stehen in einem ausgewogenen Verhältnis. Darüber hinaus sind die Schwestern offen für Menschen, die in den verschiedenen Anliegen den Kontakt suchen. Das Kloster Gauenstein ist ein beliebter Ort für Taufen und Hochzeiten und es besteht auch die Möglichkeit, als Gast für Tage der Stille oder für Exerzitien das Leben mit den Schwestern zu teilen.