Auf junge Menschen zugehen und in deren Lebenswelt (wieder) eine größere Rolle spielen, das ist das große Ziel von „Denk dich neu“. Kürzlich erfolgte der Auftakt des intensiven Leitprozesses, der von sämtlichen Diözesen der Katholischen Kirche Österreich mitgetragen wird.

Joachim Schwald

Dem einen oder der anderen sind die farbenfroh gestalteten Plakate oder die einprägsamen Slogans der neuen Kampagne der Katholischen Kirche Österreich möglicherweise schon untergekommen. „Denk dich neu“ heißt der mehrjährige Leitprozess, der zu Ostern seinen Auftakt fand. Was aber steckt genau hinter der Kampagne? Wer ist davon betroffen? Welche Ziele werden damit verfolgt? Und wie will man diese erreichen? Wir haben bei einem nachgefragt, der es wissen muss: der Projektkoordinator für Vorarlberg, Klaus Abbrederis.

Was steckt hinter der Kampagne „Denk dich neu“? Worum geht‘s dabei?
Klaus Abbrederis: „Denk Dich Neu“ (DDN) ist ein über mehrere Jahre angelegter Leitprozess der Katholischen Kirche Österreich, dessen Motivation die Kontaktaufnahme zu einer relativ unerforschten Zielgruppe ist - nämlich kirchenuniteressierte, junge Erwachsene bzw. Menschen, in deren Leben die Kirche kaum bis gar keine Rolle spielt.

Was ist das Besondere an dieser neuen Kampagne?
Abbrederis: In einem noch nie dagewesenen Umfang arbeiten diözesanübergreifend sämtliche Fakultäten wie Jugend, Pastoralamt, Finanzkammer, Kommunikation, Schulamt, etc. an einem Thema zusammen, verfolgen ein gemeinsames Ziel, bündeln Ressourcen und lernen voneinander. Wir werden auch professionell von der Agentur Zeughaus begleitet, die den Wettbewerb gewonnen hat und für „Denk Dich Neu“ (DDN) die Awarenesskampagne konzipiert und umsetzt.

Welche Ziele werden von DDN verfolgt?
Abbrederis: Es gibt im Wesentlichen zwei Ziele: Einerseits möchte „DDN“ mit jungen Erwachsenen auf Augenhöhe in Kontakt treten. Das wird der Kirche aber nur gelingen, wenn sie sich zuerst neu denkt, denn nur so kann sie glaubwürdig wirken und Irritationen im Vorfeld vermeiden. Andererseits ist es ein sehr lehrreicher Lernprozess in der Zusammenarbeit der Diözesen. Es müssen nicht alle alles für sich neu erfinden. Das heißt, es ist sinnvoller, dass die Diözese X Zeit und Ressourcen kraftvoll einsetzt, um qualitativ Hochwertiges zu entwickeln, dafür können es andere mittels copy-paste-Verfahren umsetzen oder zumindest adaptieren. Im Umkehrschluss entwickelt unter ähnlichen Ansprüchen die Diözese Y etwas Neues, was wiederum andere übernehmen oder davon lernen können. Das klappt schon erstaunlich gut.

Wie soll diese Kontaktaufnahme realisiert werden?
Abbrederis: Es gibt eigene Kriterien, die erfüllt werden müssen, damit Projekte dem „DDN“ Gedanken entsprechen. Unter anderem müssen sie aus der Lebensrealität der Zielgruppe heraus gedacht werden oder dort überraschend stattfinden. Sie müssen ergebnisoffen sein, sprich ohne Hintergedanken wie Mitgliedergewinnung oder gar Bekehrungen. Weiters darf die Kontaktmöglichkeit nicht peinlich in der eigenen Peergroup sein, um nur einige zu nennen. Konkrete Beispiele dazu sind das CoffeEbike, welches durch Österreich tourt und an exponierten Plätzen steht. Es können Kaffee oder andere Getränke konsumiert werden, ja diese sogar mittels einer Idee zur Verbesserung des Ortes, der Firma, der näheren Umgebung etc. bezahlt werden. Oder die Walk On Water Challenge, bei der sich Teilnehmende etwas unter die Füße basteln und schauen, wie weit sie damit kommen. Ebenso wird ein Chatangebot über die Homepage www.denkdichneu.at eingerichtet, um auch niederschwellige Kontaktmöglichkeiten zu bieten.


Wie ist der Status quo? Wann geht‘s los?
Abbrederis: Am 19. April erfolgte mit der Pressekonferenz in Wien der Startschuss für die Awarenesskampagne. Sechs Wochen lang werden nun sämtliche Kanäle mit den DDN-Sujets bespielt, damit die Zielgruppe davon erfährt. Im Anschluss erfolgen zielgerichtete Kommunikationsstrategien zu einzelnen österreich- und diözesanweiten Projekten.

Was ist für heuer geplant?
Abbrederis: In Vorarlberg legen wir heuer den Fokus unter anderem auf die Walk On Water Challenge und die Schnapsidee. Bei der Schnapsidee heißt die Junge Kirche gemeinsam mit den Pfarren Wanderbegeisterte mit der Frage „Was ist deine Schnapsidee? Für dich? Für die Welt? Für die Kirche?“ auf mehreren Gipfeln willkommen. In gemütlichen Gesprächen, durchatmenden Minuten oder schöpfungsgenießenden Momenten gibt es dabei auch die eine oder andere Jause oder auch das traditionelle Gipfelschnäpschen (bzw. eine alkoholfreie Alternative). Weiters wird die Junge Kirche beim Szene Openair in Lustenau vertreten sein und DDN soll auch beim HotSpotTalk, das ist ein Gesprächsformat mit jungen Erwachsenen und Bischof Benno, der Berufungspastoral spürbar sein. «

DDN-Programm in Vorarlberg
Religious Ink. Tattoos und Glaube gehen gleichermaßen unter die Haut.
Do 12. Mai, 18.30 Uhr,
Hörnlingen Wirtshaus, Rankweil.

HotSpotTalk – Diskussion mit Bischof Benno; #34 Just One World – Die Erde vor dem Kollaps
Fr 27. Mai, 19 Uhr, Basilika Rankweil (Vorplatz).

Schnapsidee; Gipfeltreffen
mit der Frage: Was ist deine Schnapsidee?
So 26. Juni, ab 9 Uhr, Bludenz, Frastanz, Göfis, Hohenweiler, Rankweil


This is us. Lehrlingswallfahrt
Mi 29. Juni, von Feldkirch
nach Göfis


PopUpChurch goes Szene Openair.
4. bis 6. August, Lustenau

Dío de los Muertos,
Nightwalk durch die Feldkircher Altstadt.
Mo 31. Oktober, 19 Uhr,
Feldkirch Marktgasse

Alle Infos www.denkdichneu.at