Die Wahrheit ist bei jedem Krieg das erste Opfer. Gewinner hat es nie welche gegeben. Deshalb gehört es gesagt, lauter denn je, dass alles Kriegerische eine Narretei ist, eine Idiotie sondergleichen. Denn mit Waffen stehen wir im Regen, der uns nur wieder erzählt, wie zerbrechlich wir sind. Dass wir nur zu Soldaten werden, um zu sterben. Grad gut genug zum Fraß für Raben, wenn jeder dahinsiecht unter einer zur Hölle gegangenen Sonne.

Konzert-Termin

Johannes Lampert

Nur ein schmaler Versuch ist diese kleine Einleitung, aus Lied- und Gedichttexten ein Exempel zu verfassen. Ein Versuch, hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eine Warnung zu den Zeichen der Zeit auszusprechen.

„Ihr werdet zu Hause sein, ehe noch das Laub von den Bäumen fällt“, versprach Kaiser Wilhelm II. im August 1914. Vier Herbste sollten danach ins Land ziehen, bevor - 17 Millionen zerfleischte Menschenleben später - ein bis dahin beispielloser Krieg sein trügerisches Ende nehmen sollte. Unzählige Künstler haben seither mit ihren Texten und ihrer Musik Mahnmale errichtet, die all die Grausamkeiten von so vielen Kriegen nicht vergessen machen wollen. Ob Kurt Tucholsky in „Der Graben“ eindrücklich darum bittet, endlich die Fahnen wegzuwerfen, oder bei Sting in „Fragile“ die Tränen von den Sternen regnen: Ihre Worte und Klänge gehen unter die Haut und dürfen nicht damit aufhören, dürfen weder überhört noch überfühlt werden. 

Krieg begräbt nur namenloses Fleisch und das Laub fällt, unerhört und vergessen, damals wie heute.
Unter der Leitung von John Gillard
lebt eine Sammlung von großartigem Friedens-Liedgut in konzertanter Weise weiter. An drei Abenden spielt er mit internationalen Künstlern gegen das Vergessen und erinnert so an die zahllosen Kriegsleidenden, die Soldaten und Zivilisten, Frauen, Männer und Kinder. Ana Bienek, Felix Fritz, Robert Kopf, Mars Moriau, Edwin Wauters und Günter Weber sind die hochkarätige Begleitung von John Gillard. Gemeinsam wurde ein Programm zusammengestellt, das die Zeiten genauso verbindet wie die Nationen und Traditionen, über Grenzen hinweg, ohne Fahnen, ohne Orden. Nur mit der größten aller Visionen: Die Narben heilen zu lassen, damit die Zeit endlich Frieden findet. Für immer.

Ehe noch die Blätter fallen 

Konzert gegen Krieg und Vergessen zum Ende des 1. Weltkriegs am 11. November vor 100 Jahren.

  • Bregenz: Do 11. Oktober, 19.30 Uhr, Pfarrkirche Mariahilf, Mariahilfstraße 52
  • Konstanz: Sa 13. Oktober, 20.00 Uhr, Stadttheater Konstanz, Spiegelhalle / Hafenstraße 12
  • Friedrichshafen: So 14. Oktober, 19.30 Uhr, Evangelische Erlöserkirche, Lilienstraße 15/2