Manchmal bekommen auch Lehrer/innen ein Zeugnis. Zum Beispiel auch die 20 Absolvent/innen der KPH in Feldkirch, die nun als frisch gebackene Religionslehrer/innen in den Schulbetrieb starten.

Zwei Jahre lang haben sie miteinander verbracht, gebüffelt und diskutiert. Dann kam der Zeugnistag an der KPH in Feldkirch. Und neben den Zertifikaten, die die 17 Damen und drei Herren ganz zu recht stolz in den Händen hielten, spiegelte sich eines ganz klar wieder: was hinter diesen Religionslehrer/innen liegt, ist eine Ausbildung, wie man sie sich öfters wünschen würde. Denn während Wissen vermittelt wurde, wurden aus Lehrenden und Studierenden Weggefährt/innen. Diese Erfahrungen geben die frisch gebackenen KPH-Absolvent/innen nun an ihre eignen Schüler/innen weiter.


Wie ist das denn mit Gott und so?

Dabei geht es nicht selten ans Eingemachte. Denn jede/r, der schon einmal in die nicht ganz so einfache Situation gekommen ist, einem Kind die Sache mit Gott, dem Himmel und der Erde erklären zu müssen, der weiß, dass man da sehr schnell ins Schwitzen und ins Trudeln kommen kann. Denn wie war das denn nun so vor dem Urknall? Ist mit dem Tod alles aus und ist wirklich alles wahr, was in der Bibel steht? Und wenn ja, was bringst's dir, mir, uns? Gar nicht so einfach, da Antworten zu geben beziehungsweise in die Diskussion - und zwar altersgerecht - einzusteigen. Da muss man schon fest im Sattel sitzen - und genau das trifft auf die Absolvent/innen des KPH-Lehrgangs auch zu. In den vergangenen zwei Jahren haben sie sich nämlich gemeinsam in Seminaren, Projekten und Gruppenarbeite einmal quer durch die Theologie gearbeitet. Eine Einführung in das theologische Denken, Liturgie und Sakramentenlehre gehörtenb dabei ebenso zu den Lerninhalten wie Moraltheologie, Soziallehre und natürlich auch Hospitationen an Praxisschulen bzw. auch an der eigenen Schule. Denn während einige der Lehrgangsteilnehmer/innen frisch in den Lehrbetrieb starten, ergänzten andere durch den Lehrgang ihr Fach- und Unterrichtsspektrum.

Über den Glauben reden

Die Gründe, warum sich die einzelnen Teilnehmer/innen für diese Ausbildung entschlossen haben, sind so vielfältig wie die Gruppe selbst. „Religion war für mich schon als Kind ein sehr wichtiges Thema. Ich möchte das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, das Wissen, nicht alleine zu sein, mit den Kindern teilen“, erzählt da zum Beispiel Nicole Kögl, die als Stützlehrerin in Fußach bereits mitten im Unterrichtsalltag steht und aus ihren Praktika die Erfahrung mitnimmt, wie sehr es Kinder genießen, zur Ruhe kommen zu dürfen und im Unterricht Platz für ihre Sorgen, Wünsche und Hoffnungen zu finden. Ähnliches berichtet auch Miriam Giesinger, Lehrerin in Hohenems. Ihr liegt das Fach Religion am Herzen auch, weil „die Kinder ein Recht darauf haben, Gott kennenzulernen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder richtig hungrig und wissbegierig sind, was den Glauben angeht.“ Und - last but not least- wirft Nadine Märk noch mitten in die Runde ein, dass es im Fach Religion eben nicht die eine richtige Antwort gebe und dass sie und auch die Schüler/innen gerade das gemeinsame Gespräch schätzten.
So viel engagierte Lehrer/innen? Das lässt nur einen Schluss zu: Da wurde in der Ausbildung etwas goldrichtig gemacht. Und wer jetzt selbst auf den Geschmack gekommen ist, dem sei gesagt, dass ab Herbst die nächste Möglichkeit an der KPH in Feldkirch wartet. Dann wird ein neuer, berufsbegleitender Lehrgang gestartet. Und der steht seinem Vorgängerkurs garantiert in nichts nach.

Ab Herbst berufsbegleitend zur Lehrbefähigung

Ab Herbst wird an der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Edith Stein am Standort Feldkirch eine neue, berufsbegleitende Ausbildung in Form eines Erweiterungsstudiums für den Religionsunterricht an Pflichtschulen angeboten.

Kontakt und Information
PD Dr. Petra Steinmair-Pösel, T 0676 83240 7151,
Doris Gilgenreiner, T 05522 76016 7152,