Seit 1. Jänner 2017 ist der gesetzliche Rahmen gesetzt, in den vergangenen Monaten haben rund 50 Gemeinden diese Richtlinien mit ihren Vorstellungen gefüllt. Der „Nachbarschaftshilfe“, die vor einem Jahr abgeschafft wurde, folgen nun die „Integrationstätigkeiten“. Asylwerbende können wieder offiziell beschäftigt werden. Fürs Gemeinwesen.

Patricia Begle

Die Gemeinnützigkeit steht im Vordergrund beim neuen Modell. Was sie in einer Gemeinde konkret bedeuten kann, darüber entscheiden die Gemeinden selbst. Das kann Landschaftspflege bedeuten oder die Mitarbeit in Vereinen. Zur Gemeinnützigkeit gehört auch die Unterstützung von Privatpersonen, die gerade Hilfe brauchen. Senior/innen zum Beispiel, Kranke oder Menschen mit Beeinträchtigung, Alleinerziehende oder Schwangere. Hier erstellt jede Gemeinde ihren eigenen „Kriterien-Katalog“, dieser ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.

Flüchtlinge(n) helfen
Wer Bedarf an Hilfe hat, wendet sich an die zuständige Kontaktperson. Manchmal sitzt diese in der Gemeinde, vielfach bei der Flüchtlingshilfe der Caritas, denn zahlreiche Gemeinden haben diese Dienstleistung an die Caritas übergeben. Die Stadt Dornbirn zum Beispiel oder die Gemeinde Hard. Einen großen Gemeinde-Zusammenschluss gibt es im Oberland. Hier haben sich alle 37 Gemeinden - von Frastanz bis Partenen - zusammengetan und gemeinsam festgelegt, für welche Tätigkeiten Flüchtlinge eingesetzt werden können. Unter dem Motto „Flüchtlinge(n) helfen“ will das Projekt nicht nur sinnvolle Beschäftigung für Asylwerbende ermöglichen. „Ziel ist es, die Bevölkerung mit Asylwerbenden zusammenzubringen“, erklärt Simon Hagen, Geschäftsführer des Sozialsprengels Raum Bludenz. „Dabei werden Werte vermittelt und die Sprache kann trainiert werden.“

Angebot für alle
Das Prozedere ist ganz ähnlich wie bei der Nachbarschaftshilfe. Beim ersten Mal muss noch ein entsprechendes Formular ausgefüllt werden, bei weiteren Einsätzen genügt ein Anruf. Die Spende - vier bzw. sechs Euro pro Stunde - wird an die entsprechende Stelle überwiesen. Was neu ist bei diesem Modell: auch Vereine oder Pfarren können auf die Unterstützung zurückgreifen. Und für jene, die nicht in eine Kategorie der Hilfsbedürftigkeit fallen, steht der Dienstleistungsscheck zur Verfügung. Fazit: Alle haben die Möglichkeit, diese Dienste in Anspruch zu nehmen und dadurch die Integration zu fördern. 

Integrationstätigkeiten

  • Einrichtungen von Bund, Land und Gemeinden können Asylwerbende für gemeinnützige Tätigkeiten einsetzen.
  • Vereinen sowie Privatpersonen mit sozialer Bedürftigkeit stehen Asylwerbende als Unterstützung zur Verfügung - jede Gemeinde definiert dabei den Personenkreis für sich.
  • Mit dem Dienstleistungsscheck können Privatpersonen Asylwerbende für Arbeiten im Haushalt und Garten beschäftigen.


Infos und Vermittlung von Asylwerbenden:
Stadt Bregenz: T 05574 1642 (Mehr lesen...)
Stadt Feldkirch: T 05522 304-1105 (Mehr lesen...)
Stadt Dornbirn und Region Oberland
über
Caritas Vorarlberg T 05522 200-1790 (Mehr lesen...)

Detaillierte Infos finden Sie unter
www.dienstleistungsscheck-online.at