Danilo Ortiz arbeitet in Arbogast als zweiter Hausmeister. Der Kolumbianer beschäftigt sich auch künstlerisch. Nun ist seine Installation „Kyrie Eleison“ in der Pfarrkirche in Hatlerdorf.

Von Frühling bis Herbst zieht es Danilo Ortiz nach St. Arbogast, während er in den Wintermonaten in seiner Heimat Kolumbien lebt. Bei ihm zuhause auf 2.800 Meter Seehöhe hat es – ohne Jahreszeiten – durchschnittlich 13 bis 14 Grad. Danilo Ortiz (Jahrgang 1962) ist seit zwanzig Jahren auch als Kunstlehrer tätig und hat 1980 bis 1987 an einer Kunstuniversität studiert und seine Ausbildung als „Maestro en Artes Plasticas“ abgeschlossen. Kolumbien hatte nach 50 Jahren Bürgerkrieg nur eine kurze Zeitspanne Frieden und nun führt die neue Regierung wieder gegen die eigene  Bevölkerung Krieg. Dabei kommen die Menschen mit indigenen Wurzeln, zu denen auch Danilo Ortiz zählt, zusehends unter die Räder der Mächtigen. Danilo Ortiz zählt sich zum Stamm der „Quilla Singa“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Mond-Nase“.

Die chronologische Zeit im Gegensatz zur erfüllten Zeit des Kairos, wie sie in die Kulturgeschichte des westlichen Europas eingeschrieben ist, ist für die „Mond-Nasen“ etwas Fremdes. Die „Quilla Singa“ leben ihre Zeit in den Zyklen von Aussaat und Ernte oder auch in den Zyklen der Frau von Schwangerschaft über Geburt bis hin zum Kindesalter. Der Künstler hat aber auch einen stark christlichen Zug in seiner Kunst. Er schreibt zur Installation Kyrie Eleison: „Mit diesem Werk möchte ich meine Vorstellung vom Weg aus der Dunkelheit ins Licht zu Jesus Christus darstellen.“ Das Werk im riesigen Kirchenschiff der Pfarre St. Leopold in Hatlerdorf ist eine 70 Meter lange Tapetenrolle und besteht aus drei Teilen. Die karikaturhaft reduzierten Augen „scheinen die Sehnsucht des Menschen nach etwas Höherem zu spiegeln“, wie Marlis Strub-Schädler zu der Arbeit von Danilo Ortiz schreibt. Die kulturelle Differenz bringt es mit sich, dass ein für mitteleuropäische Kunst und christlich-westliche Bilder geschulter Blick sich mit den Werken von Danilo Ortiz mitunter nicht leichttut. Als nächstes möchte Danilo Ortiz den Kleinen Prinzen mit orthodoxen Ikonen illustrieren. «

Zur Ausstellung
Marlis Strub-Schädler zu Danilo Ortiz. „Seine Bilder zeigen immer wieder den gleichen Grundgedanken, dass Materie und Geist zusammen das Universum bilden. Die Materie, schwer leidend und doch voll  Lebensdrang sucht nach Ausgleich und Erfüllung.  Betrachtet man die Werke von Danilo Ortiz, erkennt man seine Liebe zur Natur, zu den Farben und zur Musik. Die Härte des Lebens spiegelt sich teilweise in den bemalten Gesichtern, in der Haltung der Gestalten.“