Die Arbeitsweise der Krankenhausseelsorge in Vorarlberg hat sich in der Zeit der Corona-Krise stark verändert. Das KirchenBlatt sprach mit dem Leiter der Krankenhausseelsorge, Gerhard Häfele, sowie mit Jürgen Mathis, der die Krankenhausseelsorge in Feldkirch koordiniert.

Wolfgang Ölz

Gerhard Häfele ist es wichtig, dass in Zeiten von Corona auch die vielen sonst erkrankten Menschen nicht vergessen werden. Jürgen Mathis gibt zu bedenken: „Leider sind bei den normalen Patient/innen durch die Besuchssperre die Einsamkeit und Not eher größer geworden. Mein Team und ich sind bereit, im Rahmen des Möglichen da zu sein.“ Die größte Veränderung betrifft die Besuche auf den Stationen, führt Jürgen Mathis aus: „Wir können die Patient/innen nicht mehr direkt fragen, ob wir etwas für sie tun können.“ Gerhard Häfele betont, dass die Menschen in dieser Situation von sich aus mit den Krankenhausseelsorger/innen telefonisch Kontakt aufnehmen können. Jürgen Mathis präzisiert: „Die Rufbereitschaft geht wie gewohnt 24 Stunden, sieben Tage die Woche das ganze Jahr weiter. Für Notfälle und Krisensituationen sind wir also immer zu erreichen - auch wenn unser Bewegungsradius im Krankenhaus eingeschränkt ist. Wir wollen ja auch dazu beitragen, dass das Virus nicht weitergetragen wird.“

Es zählen die Menschen.

Gerhard HäfeleFür Gerhard Häfele ist es von besonderer Bedeutung, dass bei all den guten und wichtigen Bemühungen um die Eindämmung des Corona-Virus der Mensch mit seinen seelischen und spirituellen Bedürfnissen nicht vergessen wird. So wie Jesus im Evangelium am letzten Fastensonntag zuerst auf den Menschen sieht, der blind ist, und nicht die Blindheit an sich, so sind auch wir immer wieder herausgefordert, den Menschen, der an Corona erkrankt ist, zu sehen, und nicht nur das Covid-Virus.
Übrigens ist die Krankenhausseelsorge nicht nur für die Patient/innen und deren Angehörige, sondern auch für die unterschiedlichsten Berufsgruppen der Spitäler da. Jürgen Mathis: „Zurzeit fragen wir immer wieder auch beim Personal nach, ob wir etwas tun können. Aufgrund der Vorschriften im Krankenhaus und den Einschränkungen im direkten Kontakt wird mit den Stationen und allen Betroffenen abgeklärt, was in der jeweiligen Situation möglich ist.“ 

Zur Begleitung immer bereit.

Jürgen Mathis„Wir sind immer bereit, die Angehörigen zu begleiten“, sind sich Gerhard Häfele und Jürgen Mathis einig. Wie gegebenenfalls die Verabschiedungen zu gestalten sind, so die beiden Krankenhausseelsorger, wird aber genau nach den aktuellen Regelungen der jeweiligen Krankenhausbetreiber durchgeführt. Im Falle eines katholischen Begräbnisses stehen nach wie vor der Heimatpfarrer oder die Gemeindeleitung in der eigenen Pfarre als Ansprechpartner zur Verfügung. 

Was gibt jetzt Hoffnung?

Gerhard Häfele verweist auf ein berührendes Gebet, das ihm von einer Kollegin zugeschickt wurde und ihn durch diese für ihn fordernde Zeit begleitet. Dort heißt es: „Mögen wir, die wir uns zu Hause in einer Quarantäne einrichten,  an diejenigen denken, die kein Zuhause haben. (…) In dieser Zeit, in der wir uns nicht körperlich in die Arme schließen können, lasst uns Wege finden, die liebende Umarmung Gottes für unsere Nächsten zu sein.“ Jürgen Mathis erklärt: „Wichtig ist, sich selber zu fragen, was einem jetzt Kraft und Hoffnung gibt, hier haben die meisten Menschen ganz eigene Erfahrungen. Wesentlich ist, im Gespräch mit Gott, mit lieben Menschen und mit seinem sozialen Umfeld zu bleiben, auch wenn es nur über das Telefon ist.“

Erreichbarkeit der Krankenhausseelsorge

In den LKH Bregenz, Hohenems, Rankweil, Feldkirch und Bludenz steht innerhalb der Krankenhäuser die Telefonnummer 4060 zur Verfügung. Im Stadtkrankenhaus Dornbirn ist es die Nummer 3251. Außerhalb der Gebäude können die Angehörigen die Krankenhausnummer samt der Durchwahl 4060 (Dornbirn 3251) wählen und damit die Krankenhausseelsorger/innen erreichen. Weitere Infos: kath-kirche-vorarlberg.at/krankenhausseelsorge