Vor 60 Jahren wurde Pfr. Wilhelm Kroner zum Priester geweiht. In seinem unermüdlichen Einsatz für die Bevölkerung hat er dabei keinen einzigen Tag an seiner Entscheidung gezweifelt.

Pfr. Kroner wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Spiss in Tirol auf. Nach dem frühen Tod seines Vaters half er in der Landwirtschaft des Großvaters aus, danach zog es ihn nach Innsbruck, wo er sanitäre Installation erlernte. Dort - im Lehrlingsheim in Schloss Mentlberg - hatte er auch den einschneidenden Moment, der ihm seine Berufung offenbarte. „Eine mir bekannte Schwester der Caritas war damals bettlägrig“, erinnert sich Kroner. „Und als ich sie am 25. März 1951 besuchte, traf es mich wie aus heiterem Himmel - ich wusste, was ich mit meinem Leben anstellen wollte.“ Pfr. Kroner besuchte das Spätberufenenseminar in Bregenz und wurde nach seiner Weihe Spitalskaplan in Dornbirn, bevor er ein Jahr später nach Bregenz übersiedelte und dort hauptamtlich als Gymnasialprofessor an der Schule wirkte. 1971 wurde er dann angefragt, ob er nicht nach Lustenau wechseln wolle, wo die Handelsakademie im Aufbau war. Mit kleineren Zwischenstationen wie der regelmäßigen Aushilfe in Dafins blieb Pfr. Kroner dann auch in Lustenau, wo er sich insbesondere um ältere und kranke Menschen kümmerte. So betreute er bis 2009 die Menschen im Altersheim im Schützengarten, spendete die Krankensakramente und las fast jeden Tag die Messe. „In meinen ganzen Jahren konnte ich nur fünf Menschen die Krankensakramente nicht spenden, und das, weil sie nicht wollten“, erzählt Kroner. Auch in der Gemeinde war er oft unterwegs, besuchte die Kranken zuhause und brachte ihnen die Kommunion. 1991 ging Pfr. Kroner in Pension - in welcher er bis heute noch sehr aktiv ist. So setzte er sich erfolgreich für den Erhalt der Kapelle im Altersheim im Schützengarten ein und sanierte eigenständig - mit der Hilfe von zahlreichen Freiwilligen und Spendern - die Lourdeskapelle in Lustenau. Dort lädt er auch täglich um 16 Uhr zum Rosenkranz und spendet täglich den kirchlichen Krankensegen. „Was mir in den 60 Jahren sehr wertvoll war, ist das Geheimnis, das Christus durch seine Sakramente schenkt“, sagt Kroner. „Das war und ist der Mittelpunkt seines Wirkens.“ Am 4. Juli wird in Hasenfeld um 9.30 Uhr zum Jubiläumsgottesdienst mit Pfr. Prof. Kroner geladen.

(aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 25 vom 24. Juni 2021)