Die Räume der Quelle-Buchhandlung werden ab Oktober wieder mit Leben gefüllt. Unter dem Namen „dieQuelle.komm“ entsteht ein Begegnungsraum. Für alle.

Patricia Begle

Die Bücherregale sind zwar noch drinnen, ansonsten aber ist einiges anders geworden in den Räumlichkeiten: Tische, die zum Kaffeetrinken einladen, eine kleine Teeküche, Spiele für die Großen und Kleinen. Die Quelle hat sich verändert, sie hat ein neues Gewand angezogen.

Ureigenste Aufgabe 
Rund 25 Frauen und ein Mann sitzen um die Tische. Sie alle haben sich bereiterklärt, bei diesem neuen Projekt der Frohbotinnen ehrenamtlich mitzuarbeiten. Bei einem Einführungsabend werden die Freiwilligen vorbereitet: von der Bedienung der Kaffeemaschine bis zum Dienstplan. Ein Begegnungsraum soll hier eröffnet werden, „ein Ort, an dem sich Menschen treffen können, ohne zu konsumieren, wo sie ein offenes Ohr finden oder einfach ein wenig Ruhe“, erklärt Brigitte Knünz, Leiterin der Frohbotinnen. „Das entspricht einem Grundmotto unserer Gemeinschafts-Regel.“ Dort heißt es unter anderem: „Wo immer wir leben, bemühen wir uns um ein offenes, angstfreies Klima und um Räume, in denen Menschen aufatmen und einen lebensbejahenden Geist spüren können.“

Für alle
Die Idee eines Begegnungsraumes entstand schon vor knapp zwei Jahren, als die Flüchtlingsfrage sehr aktuell war und vielen Geflüchteten zuhause die Decke auf den Kopf fiel. Das BFA (Bundesamt für Fremdwesen und Asyl) ist außerdem gleich um die Ecke, so wäre der Raum ein guter Warte-Raum gewesen. Als die Zahl der Flüchtlinge kleiner wurde, dachten sich die Frohbotinnen: „Warum nicht für alle?“ Das Vorhaben stieß auf  Skepsis und Begeisterung zugleich, das Finden von Mitstreiter/innen war anfangs zäh, aber irgendwann umfasste die Liste dann doch 25 Freiwillige. Sie kommen aus dem ganzen Land, von Marul bis Dornbirn, zwei von ihnen sind Flüchtlinge. „‚Macht nicht etwas für Flüchtlinge, sondern mit ihnen‘, hat uns einmal jemand geraten“, erzählt Knünz. Der Einsatz von Mohammad und Vergine entspricht diesem Grundsatz. Eingeteilt werden die Freiwilligen immer zu zweit. Dabei kann jede und jeder selbst bestimmen, wie oft er bzw. sie hier Dienst hat, Minimum ist ein Nachmittag pro Monat.

Eine Form von Seelsorge
Die Zahl der Freiwilligen ermöglicht derzeit, dass der Raum an vier Nachmittagen in der Woche geöffnet ist. Angeboten werden Kaffee, Tee und Kekse - Zeichen der Gastfreundschaft. Geld fließt dabei keines, auch keine freiwilligen Spenden. Was außerdem zu finden ist, sind Zeitungen, Spiele und Bücher - letztere dürfen sogar mit nach Hause genommen werden. Ansonsten aber geht es einfach nur um Begegnung. „Es ist ein Stück weit Seelsorge, aber es ist keine Beratungsstelle“, erklärt Knünz. Deshalb sind auch Peter Wieser und Heike Duelli vom Caritas-Café zu Gast. Sie erzählen von den Hilfsangeboten der Caritas - die meisten von ihnen sind gleich um die Ecke. So können Hilfesuchende unkompliziert dorthin verwiesen werden.
Damit der Raum nicht leer steht, kann er vormittags und abends gebucht werden. Es gibt schon Anfragen von Selbsthilfegruppen und einer Flüchtlings-Strick-Gruppe. Prinzipiell steht er allen Gruppen offen, die sich für andere engagieren.

Offenheit 
Die Verantwortung für das Projekt liegt derzeit in den Händen eines Dreier-Teams: Brigitte Knünz, Rosalia Kohler - beide sind Frohbotinnen - und Susanne Winder, sie ist Mitglied des Freundeskreises der Gemeinschaft. „Niemand weiß, wie es wird, es gibt noch keine Erfahrungswerte“, ist sich Knünz bewusst. Das macht die Sache spannend. Auf den 2. Oktober jedenfalls freuen sie sich. Da öffnet der Begegnungsraum zum ersten Mal seine Türen.

dieQuelle.komm 

Eröffnung:
Mo 2. Oktober, 14 bis 18 Uhr, Bahnhofstraße 25, Feldkirch. 

Öffnungszeiten:

Mo, Mi, Do, Fr, jeweils von
14 bis 18 Uhr.

Buchungen des Raumes bei Rosalia Kohler, T 0699 19589131

www.frohbotinnen.at