Die Pfarre Fußach hat nun ein besonderes Kreuz im Altarraum. Unter der Federführung der Goldschmiedin Lena Grabher haben sich an die 600 Christ/innen mit ihrem Fingerabdruck verewigt.

An die 600 Christ/innen, Kirchgänger/innen, aber auch der Pfarre Fußach nur entfernt verbundene Menschen, haben innerhalb von drei Wochen im Herbst ihr persönlichstes Zeichen - ihren eigenen Fingerabdruck auf einem neuen, goldenen Kreuz hinterlassen. Im Gold ist die Auferstehung symbolisiert. Elisabeth Schwendinger vom Kunstteam der Pfarre betont dieses Geheimnis der Auferstehung, das im Kreuz liegt, weniger das Leidende des Kreuzes. Das Kreuz ist Ausdruck der Christusgemeinde, die auf den Namen Jesus von Nazareth getauft ist und sich um den Altar versammelt.
Viele haben ihren Fingerabdruck ganz bewusst zur Verfügung gestellt, wie Roswitha Rosenstein ausführt, die auch im Kunstteam der Pfarre mitarbeitet. So hat eine Frau den Abdruck stellvertretend für ihren bereits verstorbenen Mann abgegeben oder eine Mutter für ihre ganze Familie. Wichtig ist Schwendinger auch, dass neben diesem goldenen Kreuz ohne Korpus in Fußach auch ein Kreuz mit dem leidenden Christus für alle aufgestellt ist, die sich im Gebet mehrdort beheimatet fühlen.  
Die technische Umsetzung realisierte Lena Grabher (geb. 1988 in Lustenau). Die Goldschmiedin, die heute in Wien ihr eigenes Schmucklabel „lena kris“ betreibt und für ihre Arbeit 2016 schon mit dem bedeutenden Eligius-Schmuckpreis ausgezeichnet wurde, wurde selbst in der Pfarrkirche Fußach getauft und kam oft mit ihren Eltern zum Gottesdienst hierher. Für sie war es eine ganz besondere Aufgabe dieses Kreuz zu gestalten. Grabher hat ein Grundgerüst aus Edelstahl mit kleinen Löchern angefertigt und kleine Kugeln mit Silberlehm zur Verfügung gestellt, in die die Fingerabdrücke dann gepresst wurden. Zur Vorbereitung für diese Arbeit hat sich Lena Grabher viel mit dem Kreuz beschäftigt. Für sie ist es ein vielschichtiges Symbol, das durch Horizontale und Vertikale Irdisches und Himmlisches miteinander verbindet. Auch die Verbindung der Menschen untereinander sieht sie durch das Zeichen des Kreuzes versinnbildlicht.

Zum neuen Kreuz

Die 600 Christ/innen stehen für alle. Die Idee von einem neuen Kreuz im Altarraum ist gleich nach dem Neubau der Kirche spruchreif geworden. So haben wir ab und an das von Hubert Krebs eigens für die neue Kirche angefertigte Kreuz aufgehängt oder das Karfreitags-Kreuz. Die 600 Christ/innen stehen für uns alle, für jene, die den Ritualen ganz nahe sind, und für jene, denen die Nähe fehlt. Unser Kreuz hat zutiefst mit dem Wachstum unserer Christengemeinde zu tun.
Pfarrer Sepp Franz