Die Wanderausstellung „Täler in Flammen“ thematisiert Krieg, Politik und Religion um Rätikon und Silvretta anno 1622 und ist noch bis zum 19. Juni im Montafoner Heimatmuseum in Schruns zu sehen.

Als „wunderbare Ergänzung zur Fidelis Ausstellung im Palais Liechtenstein in Feldkirch“ bezeichnet Michael Kasper, Museumsdirektor des Montafoner Heimatmuseums in Schruns, die derzeit ebendort aufgebaute Wanderausstellung „Täler in Flammen“. Es ist dies ein einzigartiges, täler- und gleichsam länderübergreifendes Kooperationsprojekt an dem neben den Montafoner Museen unter anderem auch das Archiv der Marktgemeinde Nenzing, die Stadt Feldkirch, aber auch das Alpinarium Galtür, die Historische Gesellschaft Graubünden, die Region Prättigau und das Unterengadiner Museum zusammenarbeiten.

Konflikte von außen

Seit jeher waren die Täler Montafon, Paznaun, Prättigau, Unterengadin sowie Liechtenstein und der Walgau über Rätikon und Silvretta hinweg nachbarschaftlich miteinander verbunden. Nicht immer spannungsfrei, aber doch lösungsorientiert hatten die Menschen gelernt, Konflikte zu bewältigen und Streitigkeiten beizulegen. Um das Jahr 1622 wurden neue Konflikte von außen in die Regionen herein getragen.
Im Dreißigjährigen Krieg kämpften unter anderem die Habsburger gegen Frankreich um die Vormachtstellung in Europa. So gerieten die Täler an den Herrschaftsgrenzen mit ihren wichtigen Gebirgspässen ins Fadenkreuz der Großmächte und wurden zum Kriegsschauplatz. Parallel dazu entfachten sich auch an religiösen Bruchlinien zwischen katholischen und reformierten Gläubigen immer wieder Auseinandersetzungen.

Sagen und Legenden

„Die Wanderausstellung spürt 400 Jahre später den Ereignissen und ihren Auswirkungen in den Tälern nach“, so Kasper, der ergänzt: „Sie beleuchtet die politischen Rahmenbedingungen, religiösen Hintergründe sowie die Geschehnisse und deren Nachfolgen rund um das Jahr 1622. Zudem wird den vielfältigen Erinnerungen an diese Jahre und die damit verbundene Bildung von Sagen und Legenden Platz eingeräumt.“

Programm

Ergänzend zur Wanderausstellung, die von 16. bis 25. September im Kapuzinerkloster in Feldkirch, im Anschluss daran von 26. September bis 5. Oktober im Wolfhaus in Nenzing und schließlich auch noch vom 7. Dezember bis 27. Jänner im Rathaus Bludenz bei uns im Land zu sehen sein wird, wurde auch ein Veranstaltungsprogramm – quasi als Drumherum – zusammengestellt. So ist man am 21. Mai ausgehend von Gargellen, etwa auf den Spuren des hl. Fidelis und des Einfalls der Bündner auf der ViaValtellina unterwegs. Am 15. Juli wird bei einer grenzüberschreitenden Exkursion von Galtür nach Ardez der spannungsreichen Nachbarschaft von Galtür und Graubünden nachgegangen. Das Symposium zu historischen, theologischen und aktuell politischen Aspekten am 22. und 23. September im Palais Liechtenstein in Feldkirch ist ein weiteres Highlight.