Pfarrer Peter Rädler blickt dankbar auf 50 Jahre priesterlichen Dienst zurück.

 Wolfgang Ölz

Vor fünf Jahren hat Peter Rädler die Leitung der Krankenhausseelsorge der Diözese und im LKH Feldkirch abgegeben. Im Rahmen seiner Kräfte ist er aber weiterhin in der Krankenhausseelsorge tätig. Peter Rädler wurde 1971 zum Priester geweiht. Nach Einsätzen in der Pfarrseelsorge als Kaplan in der Pfarre Feldkirch Altenstadt und in der Dompfarre war er von 1978 bis 1987 als Studienpräfekt im Priesterseminar in Innsbruck für die Vorarlberger Priesterseminaristen zuständig. Bis Pfingsten 1988 absolvierte er den Lehrgang für Klinikseelsorge in Heidelberg. Die Seelsorge im damaligen „Landesnervenkrankenhaus Valduna“ betreute er von 1988 bis 2000 ausschließlich.

Psychiatrie

Krankenhausseelsorger Peter Rädler hat die Arbeit in der Psychiatrie lieben gelernt. „Hier wird fast wie in Vergrößerung erlebbar, in welch vielfältiger Spannung Mensch sein gelebt und erlitten werden kann“, sagt Pfr. Rädler. „Menschen, die an und in dieser Spannung erkranken, sind empfindsam, damit auch verletzbar und tatsächlich verletzt.“ Eine stationäre Einrichtung für solcherart Verletzte ist für Peter Rädler vergleichbar mit einer „Schutzhütte“ in den Bergen und die Seelsorge ein  Dienst in dieser Schutzhütte. „Die Verletzungen dieser Menschen wirken sich auch auf ihr Glauben- und Vertrauen-können, ihr Hoffen und ihr Lieben-können, das heißt ihre Spiritualität und Religiosität aus“, schildert der Pfarrer. Das könne zum  „Landeplatz“ für Seelsorge werden, wenn sie bereit ist, geschlagene Wunden zusammen mit dem Verwundeten anzuschauen und zu fragen, was helfen könnte, besser damit  leben zu können. Wer das wagt, begegnet unweigerlich seiner eigenen Verletzbarkeit und den eigenen Wunden. Der „verwundete Heiler“  ist ein altes Bild auch für den „Heiland“, Jesus, sagt Pfr. Rädler.

Gesprächspartner

Peter Rädler gilt als geschätzter Gesprächspartner bei ethischen Fragen am Lebensende. Es gehe um die Unterscheidung zwischen Leben verlängern oder Sterben verlängern. Dabei hat der Seelsorger, die Seelsorgerin nicht die Antwort. Seine/ihre Rolle könne nur sein, Fragen zu stellen, die sonst übersehen werden könnten. Pfarrer Peter Rädler blickt mit viel Dankbarkeit auf seine 50-jährige Zeit als Priester zurück. Es macht ihn allerdings traurig und manchmal auch zornig, wenn jetzt seine beiden Kolleginnen im LKH Rankweil  Patient/innen intensiv begleiten und dann die erbetene Krankensalbung nicht selbst spenden dürfen, sondern ihn rufen müssen.

(aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 25 vom 24. Juni 2021)