In diesem Jahr ist alles anders. Nicht unbedingt aber gleich weniger gut. Wie wäre es zum Beispiel mit einer sehr persönlichen Segensfeier im kleinsten Kreis der Familie? Matthias Nägele, Liturgiereferent der Katholischen Kirche Vorarlberg, zeigt, wie so etwas aussehen kann.

Wir wünschen uns „Ein gesegnetes Weihnachtsfest!“ Mancherorts wird mit Räuchern um den Segen gebetet. Auch die Sternsinger tragen diesen Segen in die Welt hinaus. So geht der Segen der Weihnacht von Haus zu Haus: „Christus segne dieses Haus“.
Gerade die Weihnacht, die Silvesternacht und das Dreikönigsfest laden dazu ein, diesen Segen zu beten. Als Getaufte können wir segnen - uns gegenseitig, unsere Wohnung, unser Haus - und alle, die wir heuer nicht treffen können. Allen können wir den Segen der Weihnacht weitergeben.

Dafür braucht es nicht viel

  • Eine große Kerze
  • Wenn vorhanden Weihwasser, Räucherwerk (Kohle: in einer feuerfesten Sandschale vorher anzünden), Weihrauch oder Kräutermischung
  • Ein einfaches Festmahl

Und so gestalte ich dieses Ritual

  • Wir treffen uns im Wohnzimmer - jemand zündet die große Kerze an.
  • Wir machen das Kreuzzeichen „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
  • Wir singen ein Weihnachtslied: z.B.: Alle Jahre wieder; O du fröhliche.
  • Wir stellen das Weihwasser in die Mitte und halten eine kurze Stille.
  • Wir hören aus dem Weihnachtsevangelium: „Fürchtet euch nicht, heute ist euch der Heiland geboren. Ihr werdet ein Kind finden. Verherrlicht ist Gott und auf Erden ist Friede bei den Menschen.“ (nach Lukas 2,1-20)
  • Wir singen miteinander „Stille Nacht, heilige Nacht“ (Gotteslob 803).
  • Wir bitten um den Segen und können einander segnen. Wir können Menschen segnen (wir nennen dafür die Namen von Personen, die heuer nicht mit uns feiern können). Wir segnen die Wohnung / das Haus. Dazu legen wir Weihrauchkörner auf:

       „Gott segne uns und behüte uns.
       Gott lasse sein Licht leuchten über uns und erwärme uns.
       Gott gebe sein Licht in unsere Herzen und mache uns menschlich.
       Gott schenke uns Frieden in den Familien / in unseren Häusern / auf den Straßen.
       Das schenke uns Gott, der Vater, der die Welt gemacht, der Sohn der uns als Kind
       entgegenlacht, der Geist, der alles wohl bedacht. Amen.“
  • Wir wünschen einander „Frohe Weihnachten!“ - und können das auch mit einem Kreuzzeichen auf die Stirn oder in die Handflächen spürbar machen.
  • Wir singen Weihnachtslieder und genießen das Essen.


Gesegnete Weihnachten!
Matthias Nägele, Liturgiereferent der Diözese Feldkirch

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