Schwester Maria Klara Tychmanowicz (Jahrgang 1989) ist vor einem Jahr, am 28. Juni 2020, bei den Dienerinnen vom Heiligen Blut SAS (Ancillae Sanctissimi Sanguinis) eingetreten. Die sympathische Polin hat zuvor Grafikdesign studiert und bei einer Pilgerfahrt nach Medjugorje ihre Berufung entdeckt.

Wolfgang Ölz

KirchenBlatt-Serie Teil 2: Zur geistlichen Berufung gefunden - junge Ordensmenschen aus Vorarlberg

Die Echtheit, Freude und Offenheit ihrer Mitschwestern für alle Menschen bei den Dienerinnen vom Heiligen Blut haben Judith Tychmanowicz berührt. Sie stammt aus Terespol in Weißrussland und studierte Grafikdesign in Warschau. Sie arbeitete als Grafikdesignerin, hatte aber weder Wohnung noch Geld, um eine Wallfahrt nach Medjugorje zu machen. Sie hatte das Versprechen im Herzen, die Muttergottes werde für ihre Pilgerreise bezahlen. Und wirklich: Im Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina lernte sie die Dienerinnen vom Heiligen Blut kennen und schätzen.

Tiefe Freude und tiefer Friede

Nach der Pilgerreise nach Medjugorje arbeitete sie noch ein halbes Jahr als Grafikdesignerin und spürte, dass Jesus möchte, dass sie nach Kalej in der Nähe des polnischen Tschenstochau zu den Dienerinnen vom Heiligen Blut gehen solle. Um sicher zu sein, bat sie um ein Zeichen. Da rief sie unvermittelt eine Freundin aus der Gemeinschaft an, zu der sie schon drei Monate keinen Kontakt mehr hatte, und fragte sie: Wann kommst du nach Tschenstochau? Die junge Frau war sich sicher, dass das nun das gewünschte Zeichen war. Im Fürbittgebet hatte Jesus ihr siebenmal gesagt: „Folge mir nach, und ich gebe dir die Freiheit nach der du dich so sehr sehnst!“ Sr. Klara bekennt: „Da wollte ich einfach Ja sagen und entschied mich einzutreten.“ In Kalej merkte Sr. Klara: Was sie im Herzen hatte, das leben die Schwestern vom Heiligen Blut. Was sie immer leben wollte, das habe sie hier und sonst nirgendwo gefunden. Die junge Frau erfüllte nach ihrer Entscheidung für das Ordensleben eine tiefe Freude und ein tiefer Friede darüber, ihren Ort gefunden zu haben.

Verborgen wie der Blutkreislauf

Die Dienerinnen vom Heiligen Blut haben aktuell in ihren acht Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Italien und Polen zwölf Kandidatinnen, von denen sechs aus Polen, drei aus Deutschland und drei aus Österreich kommen. Den Schwestern ist es wichtig, sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort zu orientieren und sich auch nach den Wünschen der Priester auszurichten. In Hittisau beispielsweise feierten sie auch die ganze Zeit während der Coronapandemie öffentliche Gottesdienste, da in der großen Pfarrkirche die nötigen Abstände zwischen den Gläubigen immer eingehalten werden konnten. Schwester Maria Xaveria Zajaczkowska leitet die Niederlassung in Hittisau. Das Blut Christi wird in der Tradition des heiligen Kaspar del Bufalo und der Missionare vom Kostbarsten Blut ins spirituelle Zentrum gestellt. So wie das Blut im Verborgenen den menschlichen Organismus mit Nährstoffen versorgt, so möchten die Schwestern nicht auffallen oder aufdringlich sein, wenn sie die geistliche Nahrung zu den Menschen bringen.

KirchenBlatt-Serie
Jeder Mensch sucht sie - die Berufung, sei es in der Arbeit, Freizeit oder auch die Berufung zu höherem. In der aktuellen KirchenBlatt Serie „Zur geistlichen Berufung gefunden“ wird dabei eine ganz besondere „Beruf(ung)sgruppe“ behandelt - junge Ordensschwestern und -brüder, die ihr Leben Gott widmen wollen.

(aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 27 vom 8. Juli 2021)