Am Samstag, 8. Oktober 2022, findet erstmals ein Erstkommunion-Studientag statt. Im Pfarrzentrum Altenstadt geht es dabei darum, verschiedene Modelle der Erstkommunionvorbereitung kennen zu lernen und in einen Austausch zu kommen. Im Interview gibt die Fachreferentin für Kinderliturgie und Erstkommunion, Mag. Judith Zortea, weitere Einblicke.

Joachim Schwald

Wie sieht eine zeitgemäße Erstkommunion­vorbereitung aus?
Mag. Judith Zortea: Die Entwicklungen in unserer Gesellschaft haben auch Auswirkungen auf die Vorbereitung der Erstkommunion. Was vor 20 Jahren noch gut funktioniert hat, geht heute oft nicht mehr. Beim klassischen Tischelternmodell beispielsweise braucht man Eltern, die sich bereit erklären, die Aufgabe als Tischmutter/Tischvater zu übernehmen. Durch die vermehrte Berufstätigkeit ist es jedoch für die Eltern schwierig, dies zu tun. Hinzu kommt, dass die Kinder oft in unterschiedlichen Vereinen sind und ihre Freizeit dadurch schon sehr mit Terminen voll ist. Deshalb ist es oft schwer, wöchentliche Treffen zu machen. Wir sehen auch, dass viele Familien sich von der Kirche entfernt haben und selten einen Gottesdienst besuchen. Das stellt die Pfarren vor die Herausforderung, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern eine (Mit)Vorbereitung auf die Erstkommunion brauchen. Eine zeitgemäße Vorbereitung sollte meiner Meinung nach diese Dinge berücksichtigen. Wichtig ist es, die Kinder und ihre Familien im Blick zu haben. Es geht bei der Vorbereitung darum, eine Beziehung aufzubauen. Das gelingt nur mit einem wertschätzenden Umgang. Klar ist auch, dass die Voraussetzungen von Pfarre zu Pfarre unterschiedlich sind. Deshalb ist es nicht sinnvoll, ein Einheitsmodell zur Vorbereitung über alle Pfarren zu stülpen.

Das Ehrenamt ist für die pfarrliche Arbeit essentiell. Wie sieht das Engagement hinsichtlich der Erstkommunionvorbereitung aus?
Zortea: Das muss man klar sagen: Ohne das große Engagement der Ehrenamtlichen gäbe es in sehr vielen Pfarren keine Erstkommunion. Die Erstkommunion ist eine wichtige Feier für die Pfarre und die Familien. Wir als Diözese sind deshalb sehr dankbar, dass so viele Menschen bereit sind, sich dafür einzusetzen.

Wie können die Erstkommunion-Teams ihrer Meinung nach bestmöglich unterstützt werden?
Zortea: Die Unterstützung für die Teams ist recht unterschiedlich. Es werden relevante Informationen und Unterlagen zur Verfügung gestellt und auch Materialen können ausgeliehen werden. Zudem bekommen die pfarrlichen Teams Unterstützung, wenn sie ihre Vorbereitung neu gestalten wollen, wenn es darum geht, ein neues Team zu schulen oder auch Konflikte in einem Team zu lösen.

Mit dem Erstkommunion-Studientag geht man heuer erstmals einen neuen Weg? Wie kam es zur Idee?
Zortea: Das Fest der Erstkommunion wird in unseren Pfarren vielfältig und kraftvoll gefeiert. Es ist, wie zahlreiche andere Feste und Feiern im Jahreskalender, eine unserer großen Stärken. Das Fest ist für viele Kinder und Familien besonders wichtig. Nachdem wir uns in der Diözese intensiv mit dem Thema Firmung beschäftigt haben, wurde danach gefragt, ob es künftig auch für den Bereich Erstkommunion gemeinsame Orientierungslinien geben wird. Das hat uns dazu ermutigt, die vielfältigen Erfahrungen in diesem Bereich der Sakramentenpastoral zu teilen und den Studientag zu organisieren.

An wen richtet sich das Angebot und worauf zielt der Studientag ab?
Zortea: Der Studientag richtet sich an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, die mit der Erstkommunionvorbereitung betraut sind. Der Tag bietet die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung und man bekommt neue Inputs, Ideen und Anregungen.

Was erwartet die Teilnehmer/innen?
Zortea: Sie erwartet ein informationsreicher Tag. Am Vormittag gibt es spannende Vorträge zum Thema Erstkommunion. Mag. Gabriele Eder-Cakl, Pastoralamtsleiterin der Diözese Linz, spricht über die Frage „Wie komme ich ins Christsein heute?“ und Simon Gribi, Referent in der Glaubensbildung, beleuchtet die „Erstkommunion als pastorale Chance“. Am Nachmittag haben die Teilnehmer/innen die Möglichkeit, in verschiedenen Workshops konkreten Modellen zur Erstkommunionvorbereitung näher kennen zu lernen.

Judith Zortea

 

Fachreferentin
Judith Zortea
lädt ein.

 

(aus dem KirchenBlatt Nr. 38 vom 22. September 2022)