von Wolfgang Ölz/Veronika Fehle

Gute Ideen werden belohnt - Gott sei Dank! Zum Beispiel mit dem Solidaritäts- und Entwicklungsfonds der Katholischen Kirche Vorarlberg. Der unterstützt nicht nur Pfarren in finanziell schwierigen Situationen, sondern auch all jene, die mutig an neuen Initiativen arbeiten und so frischen Wind in die Pfarren bringen.

Bild rechts: Kinder stehen im Mittelpunkt eines Projekts der Pfarre Sulzberg, das mit Hilfe des Entwicklungs- und Solidaritätsfonds umgesetzt werden konnte.

Wahrscheinlich ist es die viel gerühmte alemannische Neigung zur Eigeninitiative, die eine finanzielle Maßnahme wie den diözesanen Solidaritäts- und Entwicklungsfonds in Vorarlberg auf so guten Boden fallen lässt.

Grünes Licht für bereits 109 Anträge
Nur zur Erklärung, das Prinzip ist folgendes: Es gibt Pfarren, die sich nicht auf große Mieteinnahmen stützen können, die über keine nennenswerteren Besitzungen verfügen und deren „Einzugsgebiet“ überschaubar ist. Es sind dies jene Pfarren, in denen das Haushalten zusehends schwieriger wird. Auf der anderen Seite brüten aber auch überall kreative Köpfe über neuen Ideen. Das wär doch was, da sollte man doch - und schon sind die Konzepte für neue Projekte auf dem Tisch.
Alles schön und gut, bis es an die Umsetzung dieser Ideen geht und damit auch die Frage der Finanzen ins Spiel kommt. Genau an diesem Punkt greift der Solidaritäts- und Entwicklungsfonds der Diözese. Er unterstützt innovative Projekte und greift finanzschwächeren Pfarren unter die Arme. 2009 wurde er gestartet und entwickelt sich seinerseits bestens. „Es ist erfreulich, dass seit dem Start im Jahr 2009 insgesamt 61 Anträge für den Entwicklungs- und 48 Anträge für den Solidaritätsfonds eingereicht und genehmigt werden konnten. Insgesamt wurden dabei bis jetzt 183.000 Euro freigegeben“, stellt Finanzkammerdirektor MMag. Andreas Weber den ersten drei Fonds-Jahren eine positive Bilanz aus. Übrigens wird der Fonds, der zunächst ad experimentum eingeführt wurde, nun weitere drei Jahre bestehen.

Ideen für das ganze Jahr
Und wie kommt man nun ran an den Topf. Ganz einfach: Ein Antrag an die Finanzkammer der Diözese reicht aus und schon ist man im Rennen. Gemacht haben das unter anderem bereits die Pfarre Sulzberg, die so ihren Mittagstisch realisieren konnte, die Pfarre Lech, die nun monatlich zu Kirchenkonzerten einladen wird, die Pfarre Gisingen, die eine Pilgerfahrt für Jugendliche organisierte oder auch die Pfarren des Leiblachtales, die sich untereinander verstärkt vernetzen möchten.
Die Palette der umgesetzen Projekte ist breit gefächert - vom Kirchenführer, der sonst wohl nicht entstanden wäre, bis hin zu Jugendräumen, denen ein neuer Anstrich verpasst werden konnte.
Übrigens, eine Einreichfrist gibt es nicht, denn kreative Ideen haben ja bekanntlich das ganze Jahr Saison.

Projekte

Dornbirner Schöpfungstag vernetzt Religionen. Beim interreligiösen Schöpfungstag beim Dornbirner Wochenmarkt am Martinsplatz engagieren sich Christen, Buddhisten und Muslime.

Schatzbuch für den wahren Schatz der Kirche: Die Kinder. In der Pfarre Sulzberg feiern noch viele Kinder den Sonntagsgottesdienst mit. Die gemeinsame Feier jeden Sonntag ist ein Gewinn für das pfarrliche Leben in Sulzberg. Nun sind die Kinder eingeladen, jeden Sonntag einen Bibelsatz, ein Bild, ein Lied, ein Symbol mitzunehmen und in ihr Schatzbüchlein einzukleben. Die Kinder entdecken vielleicht auch selber während des Gottesdienstes etwas, das für sie zu einem kleinen Juwel werden kann.

Pfarrgemeinderäte im Leiblachtal: Optimismus als Ziel. Die im Zuge der Pastoralgespräche vorgestellten pfarrlichen Strukturen wurden von den Pfarrgemeinderäten in den fünf Pfarreien des Leiblachtals teilweise sehr kritisch beurteilt. Die Zusammenlegung zu Pfarrverbänden erfordert eine wesentlich intensivere Kommunikation und Zusammenarbeit der Pfarreien miteinander. Als erster Schritt wurde eine gemeinsame PGR-Sitzung aller fünf Pfarreien im Leiblachtal vorgeschlagen. U.a. durch den Austausch von Adressen soll ein Netzwerk über die pfarrlichen Grenzen hinaus geschaffen werden. Optimismus soll das Ziel dieses Projektes sein.