Urnenbegräbnisstätte des Ethik & Umwelt Krematoriums in Hohenems

Viele Menschen stimmen sich besonders auf die Weihnachtszeit ein, indem sie bewusst das Laute meiden und sich für eine Weile in der Stille versenken. Nicht ganz so einfach ist das für Personen, denen ihre Stille und Einsamkeit das Jahr über als eher bedrückendes Schicksal erscheint. Und die, wenn sie älter sind, sich wohl auch Gedanken machen über den Tod hinaus.

Ob gläubig oder nicht - was wird einmal, wenn ich nicht mehr bin? Es lässt sich zwar festlegen und beim Bestatter oder Notar deponieren, wie eine Beerdigung stattfinden soll. Vermehrt gibt es aber die Frage, wer wohl später die Grabstätte pflegen wird - zumindest für eine angemessene Zeit.

Fragen der Grabpflege.
Eine erhebliche Entspannung in dieser Frage hat der Wandel in der Bestattungskultur in Vorarlberg gebracht, der sich seit der Eröffnung des Krematoriums in Hohenems vor zehn Jahren vollzogen hat. Wurden zuvor etwa 26 Prozent der Verstorbenen kremiert (meist im Krematorium St. Gallen), sind es heute im Land bereits rund 70 Prozent. Urnengrabstätten oder -nischen sind wesentlich kleiner, ihre Pflege einfacher. Dennoch: Die grundsätzliche Frage nach der Grabpflege bewegt weiterhin zahlreiche Menschen.

Eine der möglichen Antworten ist die Urnengrabstätte des Ethik & Umwelt Krematoriums auf dem Stadtfriedhof von Hohenems für die Beisetzung der Urnen mit der Asche Verstorbener. Für die Form der Beisetzungsfeier gibt es dabei keine allgemeinen Regeln. Es wird besondere Rücksicht genommen auf die Vorstellungen und die Wünsche, die ein Verstorbener zu Lebzeiten geäußert hat bzw. auf entsprechende Vorschläge der Angehörigen. Der letzte Gang kann deshalb durch Angehörige und einen Priester begleitet sein, eine Beisetzung in aller Stille ist ebenso möglich wie eine Beteiligung eines Mitgliedes der Vereinigung „Abschied in Würde“. Mitarbeiter des Krematoriums stehen in solchen Fragen gerne beratend zur Seite.

Die Frage des Gedenkens ist bei der Gemeinschaftsurnenstätte individuell gelöst:
Auf Wunsch können Name, Geburts- und Sterbedatum festgehalten sein, ebenso ist eine anonyme Beisetzung möglich. Für eine Beisetzung in dieser Grabstätte des Krematoriums entscheiden sich besonders Menschen, die überhaupt keine Angehörigen mehr haben oder deren Kinder irgendwo weit weg wohnen. Die gewünschte Grabpflege wäre für Menschen, die ohne Angehörige sterben, nur schwer zu organisieren und der Tochter in Wien oder London ist sie ebenfalls nicht möglich. Deshalb übernimmt das Krematorium Hohenems beim Gemeinschaftsgrab diese Pflicht den Verstorbenen gegenüber. Dafür fallen den Hinterbliebenen keine laufenden Kosten an.

Aschenkleinmenge.
Nach dem neuen Vorarlberger Bestattungsgesetz kann bekanntlich nach entsprechender Genehmigung eine Urne auch daheim aufbewahrt oder beigesetzt werden. In diesem Fall muss aber eine geringe symbolische Aschenmenge auf einem öffentlichen Friedhof bestattet werden, um Verwandten und Freunden einen Abschied zu ermöglichen. Diese symbolische Aschenmenge kann im Gemeinschaftsgrab des Krematoriums beigesetzt werden. Allerdings sind bisher beim Krematorium kaum Nachfragen nach dieser besonderen Möglichkeit der Bestattungsform eingelangt.

Führungen im Krematorium für Einzelpersonen und Gruppen nach Terminvereinbarung.
An jedem 1. Freitag im Monat wird eine Führung angeboten. In jedem Fall wird um Anmeldung gebeten:  T  055 76 / 43 111
www.krematorium.at

aus dem Kirchenblatt Nr. 51 vom 20. Dezember 2009