Die Erkundungsphase im Vorfeld des Veränderungsprozesses "Bregenz: Kirche in der Stadt" ist gut angelaufen. In einem zweistündigen Gespräch mit Vertretern/innen der sechs Bregenzer Ordensgemeinschaften bekundeten die Ordensleute ihre Unterstützung für den Veränderungsprozess und machten auch ihren spezifischen Beitrag deutlich.

Das Projekt "Kirche in Bregenz" nimmt in der intensiven Vorbereitungsphase auf die Zukunftskonferenz am 15. / 16. Juni 2012 allmählich Gestalt an. Die Erkundungsphase ist angelaufen. Umfragen, Gespräche, Interviews werden von Mitgliedern der Projektgruppe aber auch von einzelnen oder mehreren Leuten aus Bregenzer Pfarreien mit Bregenzern/innen aus allen gesellschaftlichen Schichten, mit Gruppen und Institutionen aber auch Einzelpersonen geführt. Die so gewonnenen Einsichten, Einblicke, Aussichten und Erfahrungen, die  Befürchtungen, Erwartungen und Hoffnungen tragen Wesentliches bei, wenn es um die Entwicklung von Zukunftsperspektiven für die Kirche in der Stadt Bregenz geht. Die Ordensgemeinschaften bzw. die in diesen Gemeinschaften lebenden Frauen und Männern spielen in den Kirchenstrukturen eine wichtige Rolle. Wichtiger und bedeutsamer jedoch ist der in Kirche und Gesellschaft allzuoft hintergründige Beitrag, den sie in der spirituellen Profilierung der geistlichen Landschaft einer Stadt wie Bregenz spielen. 

Von den sechs  Ordensgemeinschaften, die in der Stadt Bregenz wirken - die Klarissinnen (Kapuzinerkloster), die Dominikanerinnen (Marienberg). die Geistliche Familie Das Werk (FSO im Thalbach),  die Ordensgemeinschaft Sacré Coeur (Riedenburg), die Herz-Jesu-Missionare (Römerstraße) und die Zisterzienser (Mehrerau) - die in Bregenz beheimatet sind, nahmen fünf Ordensschwestern und ein Ordenspriester die Einladung der Projektgruppe wahr. Dekan Dr. Paul Solomon und zwei Mitglieder des Kernteams informierten die Ordensleute aus erster Hand über den Stand der Dinge im Prozessverlauf, vor allem aber hinsichtlich der kommenden Zukunftskonferenz. 

Für die Ordensmitglieder ist die Stadt Bregenz zu einer zweiten Heimat geworden, in der sie für sich und ihre Berufung einen guten Platz gefunden haben. Es war spannend, die unterschiedlichen persönlichen Wege und Perspektiven unter der Rücksicht auf die Lebenszeit in Bregenz zu erkennen. Beeindruckend war das Vertrauen und die Zuversicht, die von den Schwestern und dem Pater in die Zukunft setzten. Sie glauben tief und aufrichtig in das Wirken und Führen Gottes in dieser unserer Zeit. Diese Haltung, das ist klar geworden, kann uns im Druck des „Machens und Wollens“ helfen, Ungeduld und lastende Sorge mit Gelassenheit durch zu halten. 

Ihren Beitrag zum Verlauf des Gestaltungsprozesses der Bregenzer Kirche sehen die Ordensgemeinschaften in der offenen Bereitschaft, sich selber einzubringen und ihre klösterlichen Gemeinschaften mit ihren Beiträgen für Bregenz in einer Ausstellung zur Zukunftskonferenz für alle sichtbar zu machen. Sr. Barbara Moosbrugger sprach auch von der „Kraft  und Weisheit der Vielen“, die sie bei ihren Ordenskapiteln erlebt hatte. Vielleicht dürfen wir eine ähnliche Dynamik auch bei der Zukunftskonferenz verspüren. Dass es immer wieder Entscheidungen und neue Weichenstellungen brauche, konnte St. Agnes aus der Geschichte ihres Ordens(Lebens) sozusagen "live" einbringen. Insgesamt sehen sich die Orden als "Oasen bzw. Orte des Gebetes" in der Stadt und für die Umgebung. Und - last but not least - hat P. Georg FSO vom Thalbach am Schluß noch angemerkt, dass er sich nicht sicher ist, ob es in Zukunft wirklich zu wenig Priester geben wird, wie die Statistik voraussieht.

Es war eine gute Zeit, in der im Gespräch bei Kaffee und Kuchen  noch viel Raum für konkrete Fragen, für Bedenken und Wünsche offen blieb und aufgemacht worden ist.  Dass Vertreter/innen der Ordensgemeinschaften an der Zukunftskonferenz in Hohenems teilnehmen werden ist anzunehmen und man ist in Bregenz auch für diesen Dienst herzlich dankbar.                       (Hermine Feurstein /Irmi Heil; Redaktion: WB)