Was tun mit all den alten Bibeln, die landauf, landab der neuen Einheitsübersetzung Platz machen müssen? Der Kreativwettbewerb „transformiert statt ausrangiert“ präsentiert 17 gute Ideen...

So, wie es Morgenmenschen gibt und die, die abends erst so richtig aufdrehen, Austernesser und Austernhasser – so gibt es die, die entspannt ganze Bücherregale entsorgen. Und die, deren Herz schon im Gedanken daran blutet.

Im Österreichischen Katholischen Bibelwerk und im Bibelwerk Linz scheint man beide zu kennen: Kollegen, die nach Veröffentlichung der neuen Einheitsübersetzung ob der freiwerdenden Regalmeter frohlocken und andere, die die alte Fassung nicht ziehen lassen wollen – zumindest nicht „einfach so“. Und man kann sich gut vorstellen, wie die Debatten um das Für und Wider irgendwann in einem Kompromissvorschlag gemündet sind: Machen wir beides – in einem! „Transformiert statt ausrangiert“ nannten die Bibelwerker ihren Kreativwettbewerb und luden ein, den alten Schink... äh: Schätzen neues Leben einzuhauchen.

Stairway to heaven

Stairway to heaven / Jochen Höller17 Skulpturen, Installationen und Performances erreichten die Jury – und seit Montag stehen die Sieger fest: Der Hauptpreis geht an die „Bibelstiege“ („Stairway to heaven“) des Künstlers Jochen Höller. Die Installation besteht aus 131 Bibeln, die zu einer fünfeinhalb Meter hohen Treppe aufgestapelt sind. Die medial bereits viel beachtete Installation war bis Februar in der Wiener Michaelerkirche zu sehen. Laut Aussendung des Bibelwerkes überzeugt die Jury die Schlichtheit des Kunstwerkes und zugleich dessen „spirituelle Gesamtaussage“ und die „Professionalität der Umsetzung“.
Der zweite Preis ging an eine Einreichung von Christine Lohninger, die auf kunstvolle und aufwändige Weise Bibelseiten in Rosenkränze verwandelt hat. „Die Idee, das Wort Gottes direkt ins Gebet münden zu lassen und damit spirituell fruchtbar zu machen, gefiel uns sowohl vom Ansatz als auch von der Durchführung her“, erklärt die Direktorin des Bibelwerkes, Elisabeth Birnbaum, in der Aussendung.

Das Wort Gottes trägt

Schülerinnen und Schüler der HBLA Lentia in Oberösterreich freuen sich über den dritten Preis für ein Bücherregal, dem alte Bibelausgaben jeweils als Randeinfassungen dienen – Überschrift: „Das Wort Gottes trägt“. „Der Gedanke hat uns angesprochen: die Bibel als jenes Buch, das den Anfang wie auch das Ende eines Bücherregals bildet und allen anderen Büchern unseres Lebens Platz und Halt gibt“, so Birnbaum.

Die Preise sind mit 300, 200 und 100 Euro sowie jeweils einem Herder-Bibelatlas und einem Jahresabo einer Bibelzeitschrift aus dem Sortiment des Bibelwerkes dotiert. Der Jury gehörten neben der Direktorin Birnbaum auch Rainer Haudum vom Linzer Bibelwerk, Nina Binder vom Wiener Dommuseum und Henning Klingen (Kathpress) an.

Zum Weiterlesen

_ Sämtliche Einreichungen: www.bibelwerk.at/wettbewerb
_ Mehr zum Siegerprojekt und Künstler Jochen Höller »
_ Und in der Schweiz: Bibelwerken - Ein Bibelwettbewerb

 

Quelle: kathpress.at / red