Heiß her geht es derzeit beim Weltklimagipfel in Kattowitz - dort tagen derzeit nämlich Vertreter von knapp 200 Staaten um über konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015 zu verhandeln. Ob überhaupt genügend politischer Wille zur Umsetzung der Klimaziele vorhanden sei, ist eine Frage, die der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin stellt. Und damit ist er nicht allein.

"36 Grad und es wird noch heißer" ist nicht nur der Liedtext einer bekannten deutschen Musikgruppe. Es war scheinbar auch das Motto des diesjährigen Sommers, der viele Rekorde knackte. Darf, will - nein muss man den Experten glauben, stehen noch weitere Hitzesommer vor der Türe, v.a. wenn wir weiterhin so mit unserem Planeten umgehen.

Bereits 2015 wurde von den Staaten beim Pariser Klimaabkommen die Verpflichtung beschlossen,  die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Beim Weltklimagipfelin Kattowitz sollen nun konkrete Maßnahmen ersonnen und in einem Regelbuch festgehalten werden.

Gefordert: Handeln, handeln, handeln

"Klare, weitblickende und starke politische Entschlossenheit" fordert indes der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Man könne nicht untätig zusehen, wie die Probleme für künftige Generationen immer größer werden. Es sei immer noch möglich, die globale Erwärmung zu "begrenzen". Dazu müssten die Gesellschaften der einzelnen Länder "so schnell wie möglich zu einem Entwicklungsmodell übergehen, das ohne Technologien und Verhaltensmuster auskommt, die zur Überproduktion von Treibhausgasemissionen führen", verwies der Vatikanvertreter auf jüngste Appelle des Weltklimarats.

Laudato sí - angewandt

Auch Papst Franziskus unterstütze die Kllimaschutzverhandlungen,  schließlich werde immer deutlicher, dass es beim Klimawandel nicht nur um technische Fragen, sondern um ein moralisches Problem gehe. Für den Heiligen Stuhl müsse das Programm zur Bekämpfung der globalen Erwärmung "ethische Grundlagen" haben und drei Ziele erreichen, erklärte der Kardinalstaatssekretär: Menschenwürde stärken, Armut reduzieren und ganzheitliche menschliche Entwicklung fördern sowie die Linderung der Auswirkungen des Klimawandels durch Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen.

Tretet aufs Gas(pedal)

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen forderte indes mehr Tempo: "Wir sind die erste Generation, die die Folgen der Erderwärmung zu spüren bekommt und wahrscheinlich die letzte, die etwas dagegen tun kann". Einen von Van der Bellen vor dem Gipfel lancierten Appell zu mehr Klimaschutz in Europa unterstützen mittlerweile 19 europäische Staats- und Regierungschefs, darunter der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der französische Präsident Emmanuel Macron. (red/kathpress)