Seit Monatsbeginn gibt das Glaubensbuch „YOUCAT for Kids“ Kindern zwischen acht und zwölf Antwort auf Fragen nach Gott und der Welt. Das Vorwort stammt von Papst Franziskus.

Was Gott nicht ist: Jemand, der uns bei Fehlern erwischen will. Jemand, der Applaus braucht. Jemand, der ständig beleidigt ist und gnadenlos straft. So erklärt der neue Kinderkatechismus 8- bis 12-Jährigen, wen oder was sie sich vorzustellen haben, wenn sie an Gott denken – beziehungsweise hilft er Eltern und anderen Antwortgebern, es zu tun.

„YOUCAT for Kids“ ist so konzipiert, dass Erwachsene auch ohne tiefergehendes Glaubenswissen ein Nachschlagewerk für Gespräche über den Gott und die Welt finden. Auf 240 Seiten geht es im Frage-Antwort-Stil um die Kernelemente des römisch-katholischen Glaubens in kindgerechter Sprache. Illustrationen mit Comics und den beiden Strichmännchen namens Lilly und Bob, Glaubenszeugnisse von Sportlern und Heiligen lockern die ohnehin moderne Gestaltung auf (wir erinnern uns an den Red-Dot-Design-Award für den „großen Bruder“ YOUCAT…).

Wo komme ich her, wo gehe ich hin?

Das Vorwort stammt von Papst Franziskus: „Werdet nicht müde, zu fragen und von eurem Glauben zu erzählen!“, ermutigt er Eltern und Bezugspersonen. Sie sollten Kindern offen und ehrlich antworten, wenn sie jene Fragen stellen, die zum Aufwachse dazugehören: Wer bin ich, wo komme ich her, wo gehe ich hin?  Der Katechismus helfe dabei und eigne sich wunderbar, „dass Kinder und Eltern gemeinsam Zeit verbringen und dabei die Liebe Gottes immer mehr entdecken.“ Das von der Österreichischen Bischofskonferenz herausgegebene Glaubensbuch ist in der deutschen Ausgabe seit dem 1. August im Handel erhältlich. Kardinal Schönborn präsentiert beim katholischen Weltfamilientreffen im irischen Dublin am 22. August die erste englischsprachige Ausgabe des Glaubensbuchs. Bis Jahresende sollen rund zehn Sprachausgaben des „YOUCAT for Kids“ vorliegen.

Inhaltlich geht es im Kinderkatechismus zunächst um die Frage nach Gott. „Woher die Welt kommt und alles, was es gibt“, lautet der Titel von Kapitel 1, in dem auch Fragen wie „Kann man Gott erkennen?“ oder „Warum sagen Menschen: Ich kann nicht an Gott glauben?“ besprochen werden.

Und was kommt dann?

Der umfangreichste Abschnitt behandelt das Glaubensbekenntnis. Punkt für Punkt werden die Essenzen in „12 Fakten“ kindgerecht dargelegt. „Wenn ich tot bin, zerfällt mein Körper, aber meine Seele geht Gott entgegen. Ich darf auf den Himmel hoffen, und auf ein neues Leben, das nicht mehr aufhört“, lautet zum Beispiel ein Teil der Antwort auf die Frage „Was passiert mit mir, wenn ich mal tot bin?“
Ob auch Frauen Priester werden können, beantwortet der Kinder-YOUCAT so: „Weil Jesus Männer zu Aposteln berief, werden seit dem Anfang der Kirche Männer zu Priestern geweiht. Zum engsten Freundeskreis Jesu gehörten aber auch Frauen. Männer und Frauen waren ihm gleich viel wert.“ Frauen würden bei Jesus eine „Hauptrolle“ spielen, heißt es mit Hinweis auf die Gottesmutter Maria, Maria Magdalena und weitere weibliche Heilige. Ohne Frauen wäre die Kirche „wie halbseitig gelähmt“.

Anleitung zum Selber-Denken

Dass die Kinder animiert werden, eigene Formulierungen für die Inhalte der zehn Gebote zu finden, ist gut – den die angebotenen „coolen“ Übersetzungen könnten in wenigen Jahren schon nicht mehr verstanden werden („Klau nix! Keine illegalen Downloads“). Überhaupt regt das Buch an vielen Stellen zu Selbstständigkeit an – zum Beispiel in Fragen des Gebets. „Gott hat immer Zeit“, heißt es etwa – und spreche nicht nur durch die Bibel, sondern auch durch die Welt, die uns umgibt, durch Mamas tröstende Worte oder ein Lächeln, dass uns jemand schenke. Nur man selber sollte das Ganze nicht als Bedarfsbeziehung betrachten: Wer nur bete, wenn er oder sie Lust dazu habe, sei „wie ein Freund, der kein Freund ist und nur dann kommt, wenn es ihm passt oder wenn er etwas von dir will“.

Mehr dazu


„YOUCAT for Kids - Katholischer Katechismus für Kinder und Eltern“. Verlag Youcat Foundation GmbH, 240 Seiten; Ö: 15,50 Euro, D: 14,99 Euro
www.youcat.org

Quelle: kathpress.at 1 | 2 / red