Gedanken zum Tag von Patrick Kofi Kodom, Steyler Missionar, Migranten-, Flüchtlings- und Gefängnisseelsorger.

„Unterwegs aber verlor das Volk den Mut“ (Num 21,4). Heute begegnen wir in den Tagestexten den Israeliten auf dem Weg der Befreiung. Fast am Ende der Fastenzeit sind wir, wie die Israeliten damals, in Gefahr, den Mut zu verlieren. In außergewöhnlichen Situationen ist die Frage „Warum?“ in uns sehr laut. Wir fragen uns, warum passiert das gerade uns, und warum jetzt? Vielleicht suchen wir insgeheim, wer schuldig ist und wer seine Verantwortung nicht wahr oder ernst nimmt.

Ich glaube, einen Blick üben wir heute zu wenig ein – er kann Ängste mildern und unseren Kräften zu Hilfe kommen: „Bete zum Herrn, dass er uns befreit!“ (Num 21,7) Blickt von eurer Angst weg! Blickt nach oben. Das Gebet kann uns helfen. Gelassenheit entsteht, wenn wir unsere Hoffnung auf Gott setzen. Wir Christinnen und Christen schauen auf das Kreuz, weil es uns die Botschaft der Auferstehung verkündet.

Ich bete heute besonders für alle Gefangenen, die sich vor dem Corona-Virus fürchten, und für die Corona-Erkrankten, die in überfüllten Flüchtlingslagern ausharren, wie in Traiskirchen, wo ich viele Jahre gearbeitet habe. „Herr erhöre mein Gebet! Mein Schreien dringe zu dir. Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu!“ (Ps 102,2-4)


Patrick Kofi Kodom
Steyler Missionar, Migranten-, Flüchtlings- und Gefängnisseelsorger

 


"Gedanken zum Tag" in Kooperation mit den Vorarlberger Nachrichten und vol.at